REVIEWS
"My Underground" LP/CD
Blueprint 
Crazy United 
In Your Face 
OX #87 
Plastic Bomb #69 
RamTatTa 
Scarred for Life 
SLAM #47 
Triggerfish 
Wahrschauer.net 
Der quantitative Output von DISTEMPER ist geradezu beängstigend. Vor wenigen Monaten hatte ich erst ihr Album "The world is yours" besprochen, da schieben sie mit "My underground" auch schon ihr 14. (!) Studioalbum hinterher. Umso erstaunlicher, dass die russische Ska-Punkband es auch diesmal wieder schafft, ihren ungewöhnlich hohen Qualitätsstandart beizubehalten. Dieser beginnt bereits beim Albumartwork (in diesem Fall erscheint die CD in einem ungewöhnlichen Digipak mit abgerundeten Kanten sowie einem 24-seitigen Booklet samt Comic und englischer Übersetzung der russischen Texte) und setzt sich wie gewohnt auch in der Musik der Moskauer fort. Denn DISTEMPER knüpfen nahtlos an ihr Vorgängeralbum an, präsentieren auf der einen Seite unglaublich kraftvolle Mitgröl-Ska-Punksmasher wie "Start to relax", "How to stay human"oder "Blue blue night", zeigen sich an anderer Stelle aber auch von ihrer groovigen und tanzbaren Seite, wie in "Alive planet" oder dem Instrumentalstück "Three minutes of summertime". Für Fans der Band ist "My underground" also wieder mal ein klarer Pflichtkauf. Moscow Ska-Punk at its best! (bc)
Moscow Ska-Punk die 14.! Knapp 7 Monate nach dem letzten Lebenszeichen der Russen lädt ein neues Album zum Pogen und Skanken ein. Ihrem allseits über die Landesgrenzen hinaus bekannten und beliebten Stil sind die Jungs auch diesmal wieder treu geblieben. Neuerungen sucht man zwar vergeblich, aber andererseits bekommt man dafür auch das was drauf steht. Ska-Punk in einer angenehmen Form mit Härte und Stil. Für mich steht da nach wie vor der Vergleich mit den Amis von den Bosstones an erster Stelle. Ab dem ersten Takt geht's ziemlich heftig, geradlinig und schnell zur Sache. Spätestens wenn der röhrende Sänger einsetzt, weiß man mit wem man es zu tun hat. Distemper Songs wirken zwar zum Großteil immer recht ähnlich, aber es gab auch früher schon Bands, die ständig in dieselbe Kerbe gehauen haben. Man denke da nur mal an die Ramones. Die hatten auch nur drei Lieder und die wurden immer wieder neu geschrieben. Schwamm drüber, denn der Sound ist einfach schwer in Ordnung. Das Album bzw. der Stil rockt absolut und geht gut nach vorne los. Durch die sehr einprägsame, rauchige Stimme kommt ein sehr ehrliches Streetfeeling rüber und gibt dem Baby seinen Namen. Einziges Manko der Band ist nach wie vor eigentlich nur die russische Sprache, zumindest in unseren Breitengraden. Würden Distemper in Englisch singen, wären sie mindestens doppelt so bekannt und würden sicher tierisch abgefeiert werden. Ich muss zugeben, aufgrund der Sprache habe ich auch lange Zeit einen Bogen um die Band gemacht und würde mich zur Abwechslung sehr über ein englisches Album freuen. Ob man jetzt alle 14 Alben sein eigen nennen muss, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin mit den letzten zwei Cds der Jungs gut bedient und habe damit eine weitere exotische Band in meinen Plattenschrank mit aufgenommen. Aufmachung kommt wie schon bei der letzten CD im netten Digipack inklusive der Übersetzung aller Texte. 2 Daniel
Inzwischen ist es bei fast allen Bands zur Gewohnheit geworden, Alben im Zweijahresrhythmus zu releasen. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen von dieser Regel, als Negativbeispiel wäre etwa das zu nennen, was noch von GUNS N' ROSES übrig ist, während stellvertretend für das andere Extrem DISTEMPER erwähnt werden müssten. Die russische Vorzeige Ska-Punk-Kombo haut mit "My Underground" bereits das zweite Album in diesem Jahr raus, nachdem im April bereits "The World Is Yours" erschienen war. Und auch nach zwanzig Jahren Bandgeschichte hat man hier anscheinend immer noch ordentlich Hummeln im Hintern, was sich auch in den elf Songs auf "My Underground" deutlich bemerkbar macht. Man sollte meinen, dass es die fünf Herren aus Moskau nach unzähligen Alben (Die Presseinfo sagt mir, es seien 14, Wikipedia möchte mir je nach Herkunftsland die stolze Anzahl von 15 bzw. 16 anbieten und auf der Myspace-Seite der Band ist sogar von 21 Longplayern die Rede) einmal etwas langsamer angehen würden, was aber nicht der Fall ist. Auf "My Underground" gibt es eben den Ska-Punk mit rauchiger MIGHTY MIGHTY BOSSTONES-Stimme zu bestaunen, der schon die letzten Veröffentlichungen von DISTEMPER geprägt und sich zweifellos zum Trademark der Band entwickelt hat. Gesungen wird dabei auf russisch, was das Mitsingen etwas schwer macht. Ins Ohr geht ein Großteil von "My Underground" aber dennoch und immerhin gibt es die Texte im sehr umfangreichen und nett aufgemachten Booklet auch auf englisch nachzuschlagen. "My Underground" ist ein Album, das eine Band zeigt, die eben das tut, was sie am besten kann und wenig Experimente mit dem eigenen Sound wagt. Dennoch, oder gerade deswegen, sind die Songs alle stimmig, extrem tanzbar und vermitteln jede Menge gute Laune. Mit Ausnahme des russischen Gesanges gibt es zwar wenig, womit sich DISTEMPER wirklich von der Konkurrenz abheben können, aber immerhin muss man der Band zu Gute halten, dass man seine Duftmarke im Ska-Punk doch deutlich früher gesetzt hat als viele andere Bands. Was DISTEMPER hier abliefern, kann sich insgesamt durchaus sehen lassen und lässt eigentlich nur die Frage offen, wo die fünf Russen in derart kurzer Zeit so viele Ideen auftreiben und ganz nebenbei auch noch die Zeit zum Touren finden. Werber
Schon wieder ein neues Album der Moskauer Ska-Core Könige? Hatten wir nicht erst in Ox #84 "TheWorld Is Yours" gefeiert? Da kann es sich doch nach 13 Studioalben eigentlich nur um ein Best-Of oder Vergriffene-B-Seiten-Album handeln. Aber mitnichten! DISTEMPER legen tatsächlich ein halbes Jahr nach dem letzten ihr bereits 14. Album bor. Abnutzungserscheinungen sind da doch wohl unvermeidlich, solltem an meinen. Doch davon keine Spur. Mal mehr Core, mal etwas mehr Ska, so zaubern DISTEMPER eine kleine Perle nach der nächsten aus dem Hut, ohneden Zuhörer jemals zu langweilen. Wie machen die das bloß? Das Geheimnis guter Ska-core-Songs sind ja die kurz und prägnant eingesetzten Melodien in den Bläsersätzen und genau hier sind die Russen wirklich eine Macht. Jeder Song ist nach zweimaligem Hören zum Mitpfeifen geeignet und das Album macht von vorne bis hinten gute Laune. Immer wenn ein Song kurz davor ist, zu glatt zu klingen, schmirgelt Dazent ihn mit seinem Reibeisenorgan wieder brutal punkig zurecht. Gut so. Große Unterschiede zum Vorgänger sind nicht auszumachen, aber man erwartet hier wohl auch keine großartigen Sound-Experimaente. Meine Anspieltips sind "I am at ease", "Jump", "Dog Star" und "Blue blue night". (8) Christoph Lampert
Mit Platte nvon DISTEMPER macht man eigentlich nie was verkehrt. Schon alleine der wunderbar raue Gesang und die russischen Texte geben der Band eine eigene Note und begegeistern immer wieder aufs Neue. Die wie immer starke Bläserfraktion drückt auch den 11 Songs von "My Underground" ihren Stempel auf. Die Songs sind eine Homage an ihre vielen Fans und Freunde europaweit, daher auch der Titel "My Underground". Gut gefällt mir, dass die Stücke sich nicht immer auf dem selben Geschwindigkeitslevel bewegen. Es gibt schnelle vorwärts preschende Skapunk-Nummern und auch immer mal rockigere und ruhigere Klänge. Das Artwork kann sich auch sehen lassen. Daumen hoch für DISTEMPER. Geil! Micha.
Schon wieder ein neues Album von DISTEMPER? Kaum hat sich mein CD-Player von der Heavy Rotation von "The world is yours", dem letzten Album der Skapunker aus Moskau erholt, gibt es schon wieder Nachschlag. Was machen die da nur in Moskau? Produzieren einen Output nach dem anderen, sind viel auf Tour in Russland und Europa. Werden die denn nie müde? Das neue Album "My Underground" wird speziell für den europäischen Markt veröffentlicht, und ist eine Verneigung von DISTEMPER an all die Fans die ihnen in Europa seit Jahren die Treue schwören. An all die Leute die sich darum kümmern, dass die Band gute Konzerte hat. Sie ist ein Dank an jeden Veranstalter der die Band eingeladen hat, und für jeden der zu der Musik von DISTEMPER vor der Bühne getanzt hat. Es ist ein Album einer grundsympathischen Band an ihre Fans, die nicht weniger sympathisch sind. Die elf Songs zeigen einen guten Querschnitt von dem was DISTEMPER ausmacht. Schnelle Skapunknummern sind darauf genauso zu finden, wie eher rockige und ruhige Songs, die aber meistens doch in einem großen Skapunkfinale enden. Immer dabei ist die Bläserfraktion die den Songs wie in der Vergangenheit auch einen eigenen Touch gibt. Wie immer ist der Gesang auf russisch, was auch eines der Markenzeichen der Band ist. Warum wollen deutsche Bands immer englisch singen, weil sie denken, dass sie dann international besser ankommen? Sie werden vielleicht besser verstanden, aber Musik braucht keine Sprache. Punkrock und Ska ist grenzenlos, und was uns die EU-Politiker seit Jahren vorbeten, von wegen einem Europa ohne Grenzen, bei Konzerten von DISTEMPER ist es seit Jahren Realität. Hier feiern die Nationen zusammen. Beim Hören von "MY UNDERGROUND" ist es, wie bei den anderen DISTEMPER - Alben auch, es ist sehr schwierig still zu sitzen. Der Rhythmus geht ins Blut, man will sofort tanzen. Live sind DISTEMPER Ende des Jahres in Deutschland, Benelux und Frankreich unterwegs. Hingehen ist für jeden Skapunker Pflicht. Wer einmal ein Konzert der Band erlebt hat, wird immer wieder hingehen. So wie ich auch. "My Underground" ist im typischen DISTEMPER-Stil. Absolut tanzbar und musikalisch auf hohem Niveau... Skapunk as it's best. Zum Abschluss noch eine Danksagung an Ben von ANR aus Berlin. Der gute Ben hat mir die CD vorab weit vor der eigentlichen Veröffentlichung zu kommen lassen. Damit dürfte ramtatta.de einer der ersten mit einer Review von "MY UNDERGROUND" sein. Deshalb auch noch ohne Coverabbildung. Rauskommen tut das Album aber auf jeden Fall!! Frank
Eine der releasewütigsten Skapunk-Bands der gesamten Szene ist wohl das russische Quintett DISTEMPER, denn in zwanzig Jahren Bandgeschichte bringen es die Jungs mit "My Underground" auf das bereits vierzehnte Album. Abnutzungserscheinungen zeigen sich auch diesmal keine. Stilistisch gibt es auf dem "The World Is Yours"-Nachfolger null Überraschungen, und auch diesmal werden die Buben keine Auszeichnung für Eigenständigkeit erhalten, doch tragisch ist das mitnichten, denn DISTEMPER schaffen es auch dieses Mal problemlos, variable Nummern in hoher Qualität abzuliefern, die einerseits ordentlich nach vorne losdüsen, andererseits aber dann wie in "Alive Planet" locker-flockig durch das kalte Land federn. Das Markenzeichen der Truppe, nämlich Dacents Gemüsereibestimme, verleiht auch diesem Album, welches in einem enorm schicken, abgerundeten Digipak daherkommt, wodkagetränkte herzliche Wärme, für die die Band seit jeher bekannt ist. Neben der Stimme, die im falschen Moment auch schon mal nerven kann, ist natürlich auch auf "My Underground" die für den Offbeat-Sektor untypische russische Sprache eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, aber das merkt man in der Regel nach spätestens drei oder vier Songs nicht mehr. Langweiliges Review, gelle? Na ja, was solls man schon groß schreiben, wenn bewährte Kost auf konstant hohem Level geboten wird? Eben, keine einfache Sache. Chris
Oft und liebevoll als die russischen MIGHTY MIGHTY BOSSTONES bezeichnet, macht diese Band keine großen Experimente: Durchweg treffsichere Bläsersätze und Offbeat-Parts liefern genau das was es braucht, um einen Abend mit Skanken und Abfeiern durchzubringen. Neben dem nötigen Energielevel besticht und überrascht vor allem der sich wunderbar einfügende russische Gesang im DISTEMPER-Universum. Als anglophiler Westeuropäer kommt einem Russisch als Gesangssprache offensichtlich viel zu selten unter, als dass man stets mit ihr rechnen würde. Aber man lernt ja schließlich nie aus. Beide Daumen hoch! (7,5/10)
Mit My Underground werfen Distemper dieses Jahr bereits das zweite Album in den Ring. Unwichtig ist dabei, ob es nun besser oder schlechter wie die im Frühjahr erschienene Platte The World Is Yours ist und wie es zu den gefühlten 30 anderen Platten der Russen steht. Schließlich machen Distemper auf My Underground dasselbe wie immer. Und wie immer machen sie es gut. Wer also schon ein paar Alben der nimmermüden Russen besitzt, wird auf My Underground verzichten können. Wer sie aber noch nicht kennt, sollte schleunigst auf den Zug aufspringen. Und My Underground bietet dazu eine gute Gelegenheit. Das Album besitzt alles, was die Band ausmacht. Zum einen gibt es wilde Skanummern mit Streetpunk-Anleihen und Bläser-Gewitter. Zum anderen gibt es etwas ruhigere Stücke die lässig aus den Boxen perlen, wie das Instrumental Three Minutes On Summertime zum Beispiel. Unvergleichlich und besonders wird dieser Mix schließlich durch Sänger Dacent, der klingt als würde er seine Stimmbänder dreimal täglich in Wodka einlegen und sie anschließend in Zigarttenrauch trocknen. My Underground ist ein hochsolides Distemper-Album. Bei Hardcorefans gehört es in die Sammlung, Neueinsteigern bietet es einen guten Einblick. Alle anderen dürfen das Album getrost ignorieren. Letzendlich zählt bei Distemper aber sowieso nur eines: und das ist auf dem Platz, sprich auf der Bühne. Felix Kösterke
Das neue Album der legendären Moskauer Ska-Punk-Band DISTEMPER ist nun endlich in Deutschland zu haben. Der unverkennbare DISTEMPER-Sound beinhaltet wie immer positive Energie, welche sofort zum Tanzen und wie-verrückte-Hunde-durch-die-Gegend-Hüpfen animiert. Schon das erste Lied "Wir fangen an uns zu entspannen" handelt von der Vorfreude an einem Freitag Mittag auf die bevorstehende Party, während man noch auf der Arbeit vor seinem fiesen Chef sitzt. In allen 11 Songs wird die Idee des positiven Denkens vemittelt, egal was um einen herum passiert, was ein Grundanliegen von DISTEMPER ist. Die Texte beschäftigen sich aber keineswegs nur mit Feiern und alles Vergessen, sie haben oft ziemlich ernste Inhalte, die zum Nachdenken über eigenes Handeln anregen. Z.B. in dem Song "Wie schafft man ein Mensch zu bleiben" heißt es: "Ich glaube niemandem, bevor ich nicht persönlich überprüfe, wo hier Menschen und wo Viecher sind" und in dem Song "Blaue blaue Nacht" lautet der Refrain: "Jeder ist schuld daran, dass die Welt so ist. Jeder ist verpflichtet die Seuche zu sehen. Menschen sind Bazillen, das Böse häuft sich. Wir schneiden selbst die Erde in Stücke." Das Besondere an "My Underground" ist, dass DISTEMPER für jeden Song dieses Albums extra eine Zeichnung von einem im Underground bekannten Comiczeichner anfertigen ließ, welcher die meisten Albumcovers der Band gestaltet hatte. Auf jeder Zeichnung ist in der Art eines Comics der legendäre DISTEMPER-Hund in verschiedenen zu den Songs passenden Situationen zu sehen. Der Partysong "Dog Star" ist komplett diesem tanzwütigen Hund gewidmet und hat den Anspruch, nach "Deine großen Titten" der nächste große Hit von DISTEMPER zu werden. Der mittlere Song des Albums "Drei Minuten in der Sommerzeit" ist ein entspanntes Instrumentalstück. Alle anderen Lieder werden wie immer auf Russisch gesungen, was der Band in den westlichen Ländern noch extra ein Gesicht verleiht und dem Rhythmus gut tut. Falls jemand aber der russischen Sprache nicht mächtig ist und die Songs auch inhaltlich genießen möchte, der kann die englischen Übersetzungen zu allen Songs des Albums im Booklet nachlesen. Es lohnt sich in jeder Hinsicht, das Originalalbum bei ANR-Musik zu bestellen oder es sich direkt bei der bevorstehenden Deutschlandtour zu holen. lg