REVIEWS
"Nashi 14 Slov" CD
Benzol 
Crazy United 
Pankerknacker #22 
RamTatTa 
UNDERDOG 
Wahrschauer #58 
Waste of Mind 
Übersteiger #96 
Moscow City Hardcore. Mit diesen Worten beginnt Naschi 14 Slov der Moskauer Hardcorler von What we feel. Damit wäre das Ding auch schon ausreichend beschrieben. Doch da an dieser Stelle eine Menge schwarzer Hintergrund ohne Text gegen meinen schreiberischen Ehrenkodex verstoßen würde, folgen hier eben noch ein paar beschreibende Eindrücke. Wer erwartet, dass Hardcore und dessen Attitüde im Osten anders klingt als in seiner amerikanischen Heimat, dem sei angeraten sein Weltbild zu ändern und sich eben diese Platte zuzulegen. What we feel lassen keinen Zweifel daran, dass sie antirassistisch und nebenbei auch alles andere sind, was man als Hardcoretruppe von Welt eben zu sein hat. Das mag jetzt bösartig oder gehässig klingen, ist aber nicht so gemeint, sondern einfach nur Fakt. Musikalisch gibts auch ordentlich auf die Nuss. Wütendenes Geballer wechselt sich mit noch schnelleren Punkstücken ab. Besonders hörenswert ist die Kollabo mit dem Sänger von Distemper. Bei Till the end wird noch nebenbei ein russischer Rüpelrapper mit ins Boot geholt, das jedoch aufgrund des billigen C64-Keyboards Havarie erleidet. Das sich für einen Quotendeutscher wie mich bei den ausschließlich auf russisch intonierten Songs sprachliche Barrieren auftun, fällt kaum ins Gewicht. Hardcore versteht sich ja blind. Solange die Musik ordentlich brezelt, was sie definitiv tut und solange die Produktion in Ordnung ist (ebenfalls sehr gut), kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Wer Hardcore mag, der kann sich das gute Stück mal zu Gemüte führen. [fg] Benzol
Nach einigen Split Cd's kommt nun wieder eine komplette Full length der Politisch engagierten russischen Band "What we feel". Die acht neuen, eigenen Songs haben eine starke Madball Schlagseite, sprich fette Rhythmus Arbeit, große Chöre und Bollo Faktor hoch zehn. Des weiteren hat man die Stage Bottles gecovert ("Sometimes Antisocial,always Antifacist") und hat einige Gäste vor's Mikrofon geholt. Die zweite Halbzeit der CD ist dementsprechend auch etwas melodischer ausgefallen und es gibt sogar einige coole Gitarrensolis zu hören. Das alles kommt in Russischer Sprache und einem sehr schön gestaltetem Digi Pack,mit reichlich Texten, Infos und Poster. Coole Sache. Note: 2 Marcel
Nach dem großartigen Debüt (Last War) und zwei SplitCDs endlich wieder ein neues Album der russischen antifa-Hardcore Band WHAT WE FEEL. Neben acht neuen eigenen Songs, gibt's hier 5 weitere Stücke, die mit befreundeten Bands wie DISTEMPER, HAUSVABOT und den STAGE BOTTLES auf genommen wurden. Cover (Sometimes Antisocial, Always Antifascist) in HC Version mit russischen Texten. Wie von ANR gewöhnt, sticht die gute Aufmachung ins Auge, die CD kommt in schönem Digipack Artwork mit Posterfalt-Booklet, die LP in schickem inside-out Cover.. Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Hardcore Album mit der richtigen Attitüde. "Love and respect, tolerance, equality and fraternity, regardless of skin colour and your wealth. HEREARE OUR 14 WORDS!" P.S. Komme gerade von WWF Konzert zurück (vermutlich auf allen Vieren, wa Ede?), wo die Jungs mich mal wieder auf ganzer Linie mit ihren Live Qualitäten überzeugt haben. Am Rand konnte ich in Erfahrung bringen, dass sie in Russland durch ein neues "Anti-Extremismus" Gesetz als extremistische Band eingestuft wurden und dadurch unter der Gefahr eingeknastet zu werden keine Konzerte mehr in Russland spielen können bzw. dürfen. Ein Grund mehr diese Band zu unterstützen. Mehr Infos zur russischen Antifa Bewegung unter: http://www.avtonom.org.
Viele Bands aus Russland sind in unseren Breiten nicht groß bekannt. Außer Distemper und der Hardcore-Band Purgen sind WHAT WE FEEL die dritte Band die auch bei uns einigermaßen bekannt sein dürfte. WHAT WE FEEL bringen mit diesem Album nach zwei Split-CDs wieder ein komplett eigenes Album raus. Der Titel heißt übersetzt "Unsere 14 Wörter", wobei jedes Wort symbolhaft für einen Song auf diesem Album stehen kann. WHAT WE FEEL machen politisch, gesellschaftlich sehr engagierten Hardcore der alten Schule. Die Songs pendeln zwischen Tempo, Melodie und moshigen Parts. Der Bass brummt, das Schlagzeug gibt den Beat fett vor, und die beiden Sänger / Shouter gehen voll in diesem Soundbrett auf. Die Beiden brüllen nicht nur, sie singen, sie variieren ihre Stimme und geben jedem Song einen ganz eigenen Charakter. Der Sound ist ebenfalls klasse, die Band hat ein Händchen für mitreißende Melodien, und sie haben auch gehörig Wut im Bauch. Das kombiniert ergibt den eigenen Stil der Band, der auf dem Album richtig klasse klingt. Live ist die Band auch sehr gut, jedoch gehen dort teilweise aufgrund der technischen Gegebenheiten die Feinheiten oft unter. Die Live-Power bannt die Band mit einer sehr guten Aufnahme auf Platte. Wo viele Bands heute nur noch durchprügeln oder durch möglichst fetten Sound spielerische Defizite ausgleichen wollen, stimmt bei WHAT WE FEEL alles. Acht Songs sind nur von WHAT WE FEEL. Für die weiteren sechs Songs hat sich die Band Verstärkung von befreundeten Bands geholt. So ist u.a. ein Song mit den Leuten von Hausvabot aus Berlin aufgenommen worden und ein Song mit den Skapunkern von Distemper. Bei diesen Kooperationen ist auch das klasse Cover der Stage Bottles "Sometimes antisocial, always antifascist" entstanden. Hier zeigen WHAT WE FEEL das sie auch Punkrock spielen können. Wem dass noch nicht genug Kaufargumente sind, dem sei gesagt, dass die CD im schicken Pappdigipack daherkommt. Im Digipack versteckt sich ein schickes Poster, auf dem auch die Texte in Englisch abgedruckt sind. So kann man auch ohne Russischkenntnisse rausbekommen, um was es der Band geht. Das ist gut, denn bei WHAT WE FEEL spielen die Texte noch eine wichtige Rolle! Insgesamt ist das Album klasse geworden, und kann nur Jedem wärmsten empfohlen werden. Kleine Anmerkung: Wie ernst es der Band mit dem Kampf gegen Faschismus ist, kann man auf der momentan laufenden Tour sehen, deren Einnahmen nach Deckung aller Kosten komplett an antifaschistische Organisationen in Russland gehen. Frank
Once again. Antifaschistischer, antirassistischer HC aus Moskau. 8 neue Böller, die den Nazi-Scum weg torpedieren. Kraftvoll und kompakt im Sound, zornig und wütend im Kern. Da kann die youtube-Bewegung locker vorm PC verschimmeln, die TV-GlotzerInnen verblöden. Wer übrig bleibt ist die aktive Subkultur, die D.I.Y.-Touren, -konzerte organisiert und die Szene bereichert. WHAT WE FEEL haben UnterstützerInnen und FreundInnen, die das Gefühl vermitteln, mit dem Kampf gegen Unterdrückung und rassistischer Gewalt nicht alleine da zu stehen, helfen und supporten, wo sie können. Es muss dabei nicht nur HC, Punk sein. Auch politischer Rap von MOSCOW DEATH BRIGADE, DIETA führen den Leitgedanken weiter und transportieren die Botschaft der Guerilla-Taktik in offene Herzen und Ohren. Mit Liebe und Respekt, Gleichheit und Toleranz gegen menschenverachtende Werte und Normen setzen WHAT WE FEEL nicht nur ein Zeichen, sondern sehen sich inmitten eines politischen wie sozialen Krieges, der Zeit für Handlungen fordert, Stereotypen aufzulösen und mit kreativen Ideen, Nazis den öffentlichen Raum wegzunehmen. Schicksal oder freie Entscheidung? Nimm dein Leben in die Hand, verschenke es nicht. WHAT WE FEEL covern STAGE BOTTLES, DISTEMPER und verabschieden sich mit HAUSVABOT und "Good night white pride". Hoch die Fäuste!
Die Moskauer, deutlich antifaschistisch positionierte HC-Band WHAT WE FEEL dürfte unseren Lesern nicht mehr unbekannt sein. Der Song "Shoulder To Shoulder" befand sich auf der WAHRSCHAUER-Compilation #54. Pünktlich zum Beginn der Europatour erscheint jetzt ihre neue, energiegeladene Scheibe "Naschi 14 Slov" ("Our 14 Words") mit 14 authentischen, zum Kampf und Antirassismus aufrufenden Songs, welche natürlich auch diesmal in russischer Sprache herausgeschrieen werden. Die Texte spiegeln die harte Situation in der Moskauer Antifaszene wieder, die zwar im Vergleich zu vor ein paar Jahren etwas erträglicher geworden ist, aber dennoch - verglichen mit Deutschland - sehr brutal ist. Die Antifas finden mit ihrer "unpopulären" Meinung kaum Akzeptanz, geschweige denn Zustimmung bei der normalen Bevölkerung, wohingegen der Nationalismus in mehr oder weniger ausgeprägten Form in der breiten Masse häufig vertreten ist. Von Seiten der russischen Regierung sind die Antifas und mittlerweile auch die gewaltbereiten Nazis gleicher Maßen unerwünscht. Die Lieder des neuen Albums handeln unter anderem vom Nichtvergessen der getöteten Freunde, von Interessenvortäuschung der Medien, Korruption, Misstrauen, Antirassismus und Freiheitskampf. Musikalisch haben sich die Jungs positiv weiterentwickelt und sind dennoch dem typischen WWF-Sound mit tiefen Gitarrenzwischenspielen treu geblieben. Neben acht neuen Songs beinhaltet das Album sechs Coverversionen von zum größten Teil befreundeten Bands. So ist z.B. "Net Rassisma - Net Problem" ("No Racism - No Problems") von der bekannten Moskauer SKA-Punk Band DISTEMPER dabei, gesungen von deren Sänger Dacent. Erwähnenswert ist auch die Version mit russischem Text des STAGE BOTTLES Klassikers "Sometimes Antisocial, Always Antifascist". Auch vertreten auf dem Album ist die deutsche Variante des WWF Songs "Good Night White Pride", welche in Kooperation mit der Berliner Punkband HAUSVABOT entstanden ist und zwei Songs der Polit-Rap Bands der Sänger BOB und DENTIST. Die Aufmachung des Albums erscheint im schicken, an die heutige Zeit angepassten 20er Jahre Sowjet Propagandaplakat-Style. Das ca. A3 große Booklet hat das Aussehen einer alten PRAVDA Zeitung, in der die Songtexte mit den englischen Übersetzungen wie Zeitungsartikel abgedruckt sind. Das Poster auf der Rückseite ist nicht weniger stylish und (wem es nicht zu schade ist) durchaus ein Hingucker auf der Wand. Das Album kann ich nur weiterempfehlen, besonders denen, die sich für die russische Antifa interessieren. Aber auch sonstige Fans des aggressiven Hardcore werden ihre Freude dran haben. Wenn ihr mit den Jungs persönlich sprechen und mehr über das Geschehen in der russischen Antifascene aus erster Hand erfahren wollt, habt ihr große Chancen dazu auf einem Konzert der nächsten Tour. lg
Nach der Split mit Last Hope haben What We Feel jetzt wieder ein komplettes Album am Start. Wie gehabt wird dabei auf Russisch gesungen, im Faltbooklet sind aber auch die englischen Texte abgedruckt. Musikalisch gibt es auf "Naschi 14 Slov" ("Our 14 Words") wie gehabt Hardcore-Punk, der direkteren Sorte. Sonderlich melodisch sind nur die wenigsten Momente, ab und an gibt es mal Crewshouts, die die Songs auflockern. Aber auch etwas Härte lässt so mach ein Song vermissen. Neben acht neuen Songs sind auf "Naschi 14 Slov" auch verschiedene Coverversionen: "Net Rasisma - Net Problem" von Distemper, bei dem auch gleich deren Sänger Dazent dabei ist. "Sometimes Antisocial, Always Antifascist" von den Stage Bottels wird hier ebenfalls in einer russischen Version geboten. Außerdem sind noch Songs der Rap-Gruppen Moscow Death Brigade und Dieta enthalten, bei denen der What-We-Feel-Sänger ohnehin aktiv ist. Zu guter Letzt ist dann noch der Song "Good Night White Pride" mit dabei, der mit Hausvabot zusammen aufgenommen wurde. Abwechslungsreich ist das Ganze also in jedem Fall. Zweifel gibt es auch nicht daran, dass What We Fell etwas zu sagen haben und für die russische Antifa-Szene sicher Bedeutung haben. Denn das sich die Szene in Russland anders gestaltet als hierzulande, sollte niemandem mehr erklärt werden müssen. Daher stehen bei What We Feel auch eindeutig die klar positionierten Texte im Vordergrund. Dennoch ist es schade, dass What We Feel musikalisch durchschnittlich bleiben und es ihnen schwer fällt, auf Albumlänge zu überzeugen. Da hatten die wenigen Songs der Split noch mehr beeindruckt. Wem im Zweifelsfall die Aussage wichtiger ist, braucht sich darüber aber ohnehin keine Gedanken machen. Und weil sich What We Feel ihrer Botschaft bewusst sind, haben sie "Naschi 14 Slov" auch gleich als Download freigegeben. Unter wwf.kroogi.com lässt sich die komplette Platte als MP3 herunterladen. Julius Stiebert 5,5/10
Warum eine CD mit 14 Songs mit "Unsere 14 Wörter" betitelt sein muss, erschließt sich mir zwar nicht ganz, aber das ist auch schon das Einzige, was ich zu meckern habe. Ansonsten brettert die russische Antifa-Hardcore-Kombo los, was das Zeug hält. Neben acht neuen Songs hat die Band noch sechs Coverversionen befreundeter Bands eingespielt - unter anderem eine phänomenale in Russische gesungene Version des "Stage Bottles"-Klassikers "Sometimes Antisocial - Always Antifascist", sowie der Smasher "Good Night White Pride" gemeinsam mit Hausvabot aufgenommen. Pflichtkauf!