REVIEWS
"Stranded from Hell" CD / LP
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Crazy United 
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OX-Fanzine #84 
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Die Kieler Punkrock-Szene ist zwar relativ überschaubar, doch die Bands, die sie hervorbringt, überzeugen meistens durch hohe Qualität und eine lange Halbwertzeit. So auch die TYPHOON MOTOR DUDES, die bereits seit 1999 existieren und die mittlerweile bei ihrem zweiten Album angelangt sind. Wenn man sich "Stranded from hell" anhört, kann man sich sehr gut vorstellen, welche Vorbilder sich in den Plattenschränken der Bandmitglieder tummeln: Simple Melodien à la SOCIAL DISTORTION, MISFITS-Chöre, der Schweiß der BACKYARD BABIES sowie die Hymnenqualitäten der SWINGIN' UTTERS finden sich hier wieder und verschmelzen mit gewohnten Vier-Akkorde-Gitarrenriffs zu einem Rock'n'Roll-lastigen Punkalbum ohne große Spielereien und Schnörkel. Somit dürfte eigentlich eines klar sein: Wer sich regelmäßig über den Mangel an neuen Ideen auf der großen Spielwiese namens Punkrock beschwert, der wird mit den TYPHOON MOTOR DUDES nicht warm werden. Wer dagegen ein typisches Kick-Ass-Punk'n'Roll-Album sucht, für den ist diese Platte ein potentieller Glücksgriff. (bc)
Meine Fresse, wenn die DUDES hier nicht rocken, dann weiß ich auch nicht! Die Nordlichter wissen definitiv in den Arsch zu treten. Über's Deck der TYPHOON scheppern schrammelige Gitarren, der Captain gröhlt mit rauer Stimme, der Steuermann bringt durch heftiges trommeln die Planken des Kahns zum Beben und die Mannschaft gibt bei den Chören ihr Bestes! So schallen die großartigen Melodien über die sieben Weltmeere und ich hoffe jeder kann sie hören. Den Großteil auf See hat man dann auch Glück, denn der Wind ist gnädig und sorgt für eine gute schnelle Fahrt. Nur ab und zu lässt die Brise etwas nach und man entspannt kurz. Neben bestimmt unzähligen Abenteuern müssen die Seemänner auch schon mal in Amerika gelandet sein, denn ein bisschen was vom dortigen Hardcore hat man mit an Bord genommen und zur eigentlichen Ladung, bestehend aus viel ROCK und noch mehr PUNK, dazugepackt. Diese Crew zieht an einem Strang und hält ihr Schiff auf Kurs. Daniel
Schon seit 1999 treiben diese Kielersprotten Ihr Unwesen, doch warum habe ich diese Band bisher nicht wahrgenommen? Denn dieses Monster of CD ist eine GRANATE ERSTER KAJÜTTE und wenn die Band nicht aus Deutschland kommen würde, wären die schon GANZ GROSS, da würde ich drauf wetten. Mehr als gelungener Mix aus Punk und Rock`n`Roll, der mich total an FAR FROM FINISHED erinnert, obwohl im Promo Blatt andere Vergleiche gezogen werden. Melodie trifft auf Schwitzende Leiber, was Appetit auf ein Live Konzert der Jungs macht und bis dahin wird sich diese CD wohl noch einige 100 Mal in meinem CD - Player drehen. ABSOLUTER PFLICHTKAUF!
Es gibt Bands, die tummeln sich schon seit gefühlten Aeonen in der Punk-Szene. Regelmäßig tauchen sie als Vorbands von namenhaften Bands auf und regelmäßig hat man eine neue Scheibe auf dem Tisch. Sie werden nie so richtig abgefeiert, stehen nie so richtig im Fokus, aber es ist einfach gut zu wissen, dass man sich auf sie verlassen kann, denn sie liefern konstant gute solide Punkrock-Kost ab. Die TYPHOON MOTOR DUDES rocken wie immer schnörkellosen Punkrock der alten Ami-Schule raus und auf "Stranded in Hell" wird man oft an die wunderschöne Scheibe von MARKY RAMONE & THE SPEEDKINGS erinnert. Zwölf mal fließt heißer Treibstoff durch den 4-Zylinder-Motor, der das Blut gehörig in Wallung bringt. Routiniert und homogen ist der Sound der Maschine, die unter der Haube röhrt. Der große Pluspunkt der Songs ist der, dass sie so ziemlich jeden Trend links liegen lassen und damit zu jeder Stimmung und noch besser auch in 10 Jahren noch rocken. Highlights kann man keine großen ausmachen, mein Anspieltipp ist das mitreißende "No Reason" und der emotionale Rausschmeißer "Play along". Die Texte sind ebenfalls besser als der Durchschnitt und beschäftigen sich mit den Unzulänglichkeiten des Lebens, ohne die immer wieder verwendeten Mantras vom Scheiß-Leben zu wiederholen. In diesem Fall haben sich die Kieler schon ein wenig Gedanken gemacht, die kehlig und rotzig mit passenden Chören vorgetragen werden. Ein simples und düsteres Artwork rundet das aktuelle Werk der TYPHOON MOTOR DUDES ab, das somit den Status Kiels als Hardcore-Metropole wiedermal untermauert. Habi
Die Jungs aus dem Hohen Norden gehen auf ihrem neuesten Dreher keinerlei Kompromisse ein, hier wird vom ersten Akkord an mit Überschalltempo abgerockt, dass einem der Kopf dröhnt. Seit Beginn ihrer Karriere stehen die Typhoon Motor Dudes für einen knallharten Punkrock, und darauf dürfen sich die Fans auch auf "Stranded In Hell" freuen. Auf 12 Tracks bieten die Vier ein Nackenbrecher-Gedresche der Extraklasse, gespickt mit Stakkato-Riffs und "Voll-in-die-Fresse-Street-Punk" der härtesten Art. Hier werden keine Gefangenen gemacht und nur die Härtesten kommen durch! Conny A. Rettler
Laut Label erwartet uns ein schweißtreibender Mix aus SOCIAL D, SWINGIN' UTTERS, RANCID und den SUPERSUCKERS. Wäre schön gewesen. Der Wille ist definitiv auch da, aber das dafür notwendige raw & dirty-Feeling stellt sich nicht wirklich ein. Das Album kommt viel zu steril, zu clean, zu austauschbar. Gut gespielt, nettes Songwriting. Aber es bleibt der solide norddeutsche Versuch, amerikanischen Punk'n'Roll-Spirit zu kopieren. Zuviel Kopf, zu wenig Bauch. This is Kiel not L.A. Paradise
Auf dem ersten Album waren die vier Kieler die "Common Loser", Album Nummer 2 sagt dem Titel nach aus, dass man wohl mittlerweile in der Hölle gestrandet ist. Liegt wohl an dem Innencover, auf dem man sieht, wie die vier Musiker mit heruntergelassenen Hosen ins Urinal pinkeln. Ja, dann sit die Hölle auch gerade richtig für diese Rabauken, sage ich ganz frank und frei. Wer mit der Hölle kokettiert, der spielt wohl satanistischen Black Metal, so steht es in meinem konservativen weltbild geschrieben. Doch ich muss mich beim Hören der zwölf neuen Songs eines Besseren belehren lassen. Die "Motorentypen" spielen eine sympathische Mischung aus flotten amerikanischem Melodycore und schwedischem "Schweinerock". Die schnellen, punkigeren Sachen erinnern an (die schwedischen) VENERA, die rockigen Sachen ein wenig an die (amerikanischen) SWINGIN' UTTERS und die SUPERSUCKERS. Hier und da sind ein paar große Nummern entstanden, oft überwiegt das Mittelmaß. Zudem hätte der Sound etwas aggressisver sein können. Aber nett ist das zweite Album der Band, die ihr zehnjähriges feiern darf, allemal. Beim Beelzebub darf man also weiterrocken. (7) Arndt Aldenhoven
Hui, mal voll die steife Punk-Rock'nRoll-Brise, die uns hier von diesem Vierergespann aus dem hohen Norden, genauer gesagt Kiel, entgegen geblasen wird ... Gibt definitiv nicht allzu viele Combos in unserem wunderschönen Großdoffland, die sich darauf verstehen ein dermaßen fettes, internationalen Qualitätsansprüchen genügendes Brett, aus nach vorne peitschenden Hooklines, welche an frühe GENERATORS denken lassen und der hymnenhaften Streetpunk-Attitüde der seligen SWINGIN' UTTERS, hinzulegen. Auch BACKYARD BABIES, etwas spätere MISFITS, sowie 'ne dezent abgeschmeckte Messerspitze US-Westküstenhardrocks vermeine ich aus dieser heißen Suppe heraus zu schmecken. Und auch wenn das zweite Album der Kieler auf längerer Dauer ein wenig an dem Fehlen wirklicher Überraschungsmomente und größerer Hits darbt, so lässt es sich damit doch gewiss ohne weiteres mit angenehmen 200 Sachen die Autobahn entlang brettern ... Ja doch, kann schon was. [ben accident]
Der Norden rockt. Zumindest soweit es die TYPHOON MOTOR DUDES betrifft. Punkrock mit jeder Menge Rock'n'Roll ist hier angesagt. Die Chöre sind vielstimmig, die Stimmung ist euphorisch. Die Band verbreitet sowas wie Aufbruchstimmung, besitzt eine durch und durch positive Ausstrahlung. Gerade die Chöre sind total geil. Und die Melodien. Und die Geschwindigkeit, mit der die Songs abgefeuert werden. Sehr überzeugend! Micha.
Typhoon Motor Dudes aus dem Norden spielen hanseatischen Rock N' Roll der Marke, oft gehört aber doch recht nett. Leider ist die Produktion am Ende zu glatt um das ganze, trotz der rauen Stimme, als rotzig durchgehen zu lassen. Hier und da blitzen kleine Hits auf, wie "Bitter Pill" das ein bisschen mehr Schwung und Eigenständigkeit aufweist, oder auch "Back for more" und das nette letzte Lied "Play Along" bei denen man auch merkt, das ein wenig angezogenes Tempo den Jungs etwas besser steht. Die langsameren Songs klingen einfach nach jeder zweiten RocknRoll-Combo, bei schnelleren Tracks verzeiht man das aufgrund der offensichtlichen Spielfreude. Aber so richtig warm werd ich mit der CD wohl nicht mehr, was auch an der eigenartigen englischen Aussprache liegen mag, die hier gesungen wird, was seit jeher eine Krux deutscher Punkrock Bands ist. Bei Hardcore und Metalbands kaschieren so was die Unverständlichkeit des Geschreis und der Krach, bei melodischem Gesang fällt das leider sofort auf. Die 12 Songs sind sicher eine solide Leistung und die Band sicher live auch gut anzusehen, die CD wird angesichts der großen Menge gleichartiger Veröffentlichungen allerdings wohl keine Wellen schlagen.
An sich ist man aus dem hohen Norden eher verkopften Punk, denn ölverschmierten Punk'n'Roll gewohnt. Den Bleifuß auf dem Gaspedal brettert das Quartett aus Kiel durch zwölf schweißtreibende Songs, die zwischen der Schrauberei an irgendwelchen dubiosen Gefährten geschrieben scheinen. Dort sind sie wohl vor vier Jahren versackt, denn so lange ist es her, dass man von den vier Dudes das Debüt präsentiert bekam. Trotzdem haben sie es nicht verlernt Schweden-like ihre Gitarren zu bearbeiten und mit dem Dreck unter den Fingernägeln zu vereinen. Punk'n'Roll wie er sein sollte: schnell, laut, dreckig, aber auf keinen Fall röhrende Melodien vergessen. Bocky
Seit 10 Jahren treibt die Band schon ihr Unwesen in Deutschland. In den letzten Jahren hat es sie sogar nach Südamerika getrieben, um dort zu zeigen, dass aus Deutschland auch cooler Punkrock mit Rock'n'Roll Attitüde kommen kann. Von TYPHOON MOTOR DUDES habe ich bisher nix gehört. Schon komisch, den die Band gibt es ja schon ziemlich lange, und so coole Musik wie sie machen, hätten sie mir eigentlich schon mal auffallen müssen. Manchmal weiß man so wenig von der Welt. Die TYPHOON MOTOR DUDES kommen aus Kiel, also aus deutschen Landen. Das ist ziemlich verwunderlich, denn wenn ich die Musik höre denke ich eher an eine Band aus Amerika. Da kommen mir Bands wie BORN TO LOSE, RAT CITY RIOT in den Sinn, aber auch RANCID oder SOCIAL DISTORTION. Das was die Jungs aus Kiel auf " Stranded in Hell " auf CD gebannt haben knallt ordentlich. Volle Breitseite Punk'n'Roll mit Druck und vor allem viel viel Melodie. Dazu kommen perfekt gesetzte Chöre und eine Aufnahme die der Musik absolut gerecht wird. TYPHOON MOTOR DUDES zeigen auf ihrem gut 37 Minuten langen Album was eine Harke ist. Die Jungs machen richtig klasse Rock'n'Roll Punk. Frank
Die seit gut zehn Jahren rockenden Taifunmotorkumpels meinen es ja offensichtlich gut mit dem, was sie da treiben, doch so höllisch heiß wie uns der Rock'n'Roll der Schleswig-Holsteiner verkauft wird ist er nicht mal ansatzweise. Ich zitiere mal das Infoschreiben: "Die Melodien von SOCIAL DISTORTION, die Energie der SWINGING UTTERS, den rotzigen Dreck von RANCID und dem Rock'n'Roll der SUPERSUCKERS...". Tja, Freunde, genau das ist es: Error - file "Eigene Ideen" not found. Und auch die Vergleiche hinken im qualitativen Kontext, denn die Melodien reichen kaum an die der Buben um Mike Ness heran, die DUDES sind so dreckig wie Kernseife, und die Energie der Burschen bringt bestenfalls meinen "Pfeife laut und ich mach piep!"-Schlüsselanhänger wieder in Gang. Dennoch ist die Musik recht unterhaltsam und noch einigermaßen hörbar - sie tut halt keinem weh. Es sind primär die hohen Erwartungen, die nach so großkotziger Tönespuckerei einfach nur mit Enttäuschungen unerfüllt bleiben. Selbstüberschätzung galore, also. Voll für'n Popo ist allerdings der nervige, quäkende, pseudobesoffene Gesang von Gitarrero Ole - somit wird die ganze Angelegenheit trotz nicht all zu langer 37 Minuten Spielzeit zu einer fast nicht enden wollenden Qual. Chris
Spartanisches Artwork aber ewnigstens im offensichtlichen Rock'n'Roll-Stil. Bei dem schrecklichen Namen hatte ich mir noch schlimmere Musik vorgestellt aber die Band aus Kiel ist sowohl weniger prollig als deren Seelenverwandte und Nachbarn Smoke Blow, als auch weniger peinlich, also insgesamt ganz o.k. (alva)
Punkrock aus dem hohen Norden. Kein Problem. Mit "Stranded in Hell" haben Typhoon Motor Dudes jeztzt ihren zweiten Longplayer und damit den Nachfolger ihres Erstlingswerks "Common Loser" (2005) veröffentlicht. Vier Jahre Pause, warum nur. Straighter Punkrock den ich mit den Worten aus dem Promoschreiben zitieren will. Die Energie der Swingin' Utters, den rotzigen Dreck von Rancid und den Rock'n'Roll von Social Distortion und herausgekommen ist rauer kickender Punkrock: "Typhon Motor Dudes". Die Beschreibung passt gut. Denn die insgesamt 12 Songs werden bei allen Punkrockfreunden gut ankommen. Mit einer durchschnittlichen Spieldauer von knapp drei Minuten haben die Songs ein optimale Länge erreicht. Knackig kurz bewährt sich hier nämlich richtig gut. So folgt ein "kick" gleich dem anderen. Richtig gut gefallen mir Songs wie "The World Spreads Hate", denn dort geht es gesanglich zu Beginn auch mal etwas ruhiger zu, bevor Sänger Ole wieder zum rauen Ton greift. Ähnlich gut sind die Punk'n'Roll Kickass Songs wie "Into Confusion" oder auch die Mitgröhl Hymne "Bitter Pill". Mit dem neuen Album bekommt ihr ehrlichen geradeaus Kickass Rock, der sich im internationalen Vergleich nicht verstecken braucht. Also nochmals der Hinweis, das Quartett kommt nicht aus den kalifornischen Punkrock-Hochburgen, sondern aus Kiel. Auch wenn man es der Band nicht auf einem Ohr anhört... Tolles Album, bleibt nur zu hoffen, dass sich die Band nicht wieder soviel Zeit mit einem Nachfolger lässt. Jetzt aber lege ich euch ersteinmal ans Ohr, in diese Scheibe zu hören, es lohnt sich. ++++++ (7 1/2 von 10) Stefan Schulze
"Time to walk away?" Das wäre schade, denn so lange ihr soo abrockt, erlebe ich den Zustand der Duracell-Affen, die nicht aufhören, rumzuzappeln. Auf der Leinwand des zum Freilichtkino umgestalteten Kieler Vorplatzes erscheinen tanzende Derwische. Sie drehen und drehen und drehen sich um die eigene Achse, wie die Planeten und Sterne sich drehen, bis sie in Trance geraten. Die Nacht hängt voll überschäumende Getränke, Leidenschaft und Gesang und schlägt die Brücke zwischen Rock und Punk, verbiegt den Träger bis zur Unkenntlichkeit und durchbricht das Klischee vom gefährlichen Motordude, der nachts heimlich Gedichte rezitiert: Winzige Teilchen oben und andere ruhen unten / Besehe dir ihren Kampf des Werdens. Schmerz und Leid, Pretty Ups und Back for more...TYPHOON MOTOR DUDES play along und sollten besser nie aufhören zu spielen, denn durch Gesang und Tanz dreht sich die Erde weiter. Und so lange die Band Sprit im Tank hat, hält sie die Musik lebendig. Die Erde ist hungrig, die Straße dreckig. Die vergleichsweise poetische Dialektik umhüllt den harten musikalischen Kern und sichert den Fortbestand des Teufelszeugs. Schritt für Schritt, Song für Song erklimmen die Kieler die versteckte Leiter nach oben, bis sie sich selbst determinieren. Die Ladezeit der Batterie ist eben doch beschränkt. Aber sie wissen eben selbst, dass es keinen perfekten Tag gibt, nur die Punkrock Anarchie. Und der Glaube daran kann Berge versetzen, selbst wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst oder in der Hölle gestrandet bist.
Mit neuem Label und neuer Scheibe melden sich die Kieler Typhoon Motor Dudes nach vier Jahren Pause aus der Werkstatt von Smoke-Blow-Schrauber Ulf Nagel zurück. Sound- und tempomäßig ist "Stranded in Hell" die logische Weiterführung vom 2005er-Album "Common Loser". Und das bedeutet: weiter weg vom Schweinerock der Anfangszeit, hin zu mehr Punk und Singalong. Kaum ein Song der ohne satte Gangvocals daher käme und ansonsten: immer schön Päddel to se Mäddel! Interessant wird es allerdings immer dann, wenn der ausgelatschte Chuck Taylor mal vom Gas genommen wird. Das stellenweise fast bedächtige "The world spreads Hate" könnte, ob seiner Strophe, glatt als verschollene B-Seite von Therapy?'s "Troublegum" durchgehen... und, ja, ein gewisser "Ludwig van Leppen" aus Kiel lässt es sich natürlich auch nicht nehmen, für die Dudes noch einmal auf die Pathos-Pumpe zu drücken ("Into Confusion"). Reinhören! Leif Altenburg
Ein Bandname, der nach Kick Ass-Rock'n'Roll klingt? Na, da hat jemand aber ein glückliches Händchen gehabt, denn genau darum geht es hier. Immer geradeaus steuern die Typhoon Motor Dudes, davon durfte sich der geneigte Hörer schon auf ihrem Debüt 'Common Loser' aus dem Jahre 2005 überzeugen. Mit den neuen Songs im Ohr fällt es noch schwerer als einst zu glauben, dass dieser straighte Punk'n'Roll in einem Keller im biederen und gar nicht so weit entfernten Kiel fabriziert wird. Denn auch für den nun erscheinenden Zweitling 'Stranded In Hell' setzen die Dudes auf prägnante und böse Riffs und ein geradliniges Getrommel. Zugänglich werden die Melodien mit viel Oah-oah-oahs und mehrstimmigen Wechselgesängen in den Refrains. Das wird bei dem Mitgröler 'If Only' bis zur Perfektion betrieben, wirkt an anderer Stelle aber auch ein wenig affektiert, wie in dem Midtempo-Stück 'The World Spreads Hate'. Alles in allem wirken die Songs der Typhoon Motor Dudes authentisch, was nicht zuletzt an der raubeinigen Stimme und einem erstaunlich runden Ami-Akzent liegt. Mit dem wird gegen 'the illness called establishment' gewettert und klar Position außerhalb der Masse bezogen. Denn Geldgier, Ellenbogen und Schönheitswahn können die Dudes auf den Tod nicht ab. Auf Dauer werden die düsteren Underdog-Texte zwar ein bisschen viel ('Darkness is falling / Blacking out my day'), aber Mucke mit so viel Power taugt letztlich auch bestens dazu, aufrecht zu halten und per 'I just live in a carefree manner' dem Leben auch was Positives abzugewinnen. betty blue
Hörenswerter Punk'n'Roll aus Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt - auch nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Die bereits 1999 gegründete Kieler Band beweist auf ihrem Zweitwerk allerdings, dass dies keine Ausnahme bleiben muss, denn schnörkellose Geradeaus-Powermucke mit eingängigen Melodien und bisweilen mitgrölbaren Refrains bestimmt die 37-minütige Exkursion in die wunderbare Welt der Arschrock-Fraktion. Anspieltipp: das grandiose "If only". // Ronny