REVIEWS
"The World is yours" CD / LP
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Enpunkt 
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InHard #65 
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OX-Fanzine #84 
Pankerknacker #21 
Plastic Bomb #67 
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Scarred for Life 
Slam #46 
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Waste of Mind 
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Übersteiger #94 
Es lebe der Osten. Nein, nicht die DDR. Der Osten von dem ich heute rede, liegt noch weiter drüben. Es geht um Moskau. Neben Sekt, Kaviar und anderem unnützen Plunder exportiert die Metropole jetzt auch Bands. In diesem Fall nennt sich die Band Distemper, ist seit knapp 20 Jahren im Geschäft und spielt Ska. Getreu nach dem Motto Ob Süden, Norden, Westen, Osten am Ende klingt es doch wie Boston, gehen die fünf Moskauer auch gerne mal als die Mighty Mighty Bosstones durch. Nur eben mit russischen und somit für mich total unentzifferbaren Texten. Da kann der Beipackzettel mit noch mehr Tiefgang auf die Band aufmerksam machen. Mir bleibt da nicht anderes übrig als das einfach mal zu glauben, obwohl zwanghaft übersetzte Titel, wie I'm changing oder can't escape from yourself berechtigte(?) Zweifel ob der textlichen Qualität aufkommen lassen. Aber wer qualitativ an die Bosstones rankommt, kann so schlecht ja auch nicht sein. Das ist auch in diesem Fall so. Was mich ein stört ist die scheinbare Anbiederung an den westlichen Markt. Jungs, bei eurem Talent braucht ihr nichts zu übersetzen und damit dämlich klingen lassen. Viel besser wäre eine gewisse Eigenständigkeit gewesen. Der Osten und Bands, die Folklore mit Punk vermischen sind auf dem Vormarsch, bestes Beispiel etwa Gogol Bordello und ein ganzer Sack voller Klezmer-Bands, da kommt eine Ska-Band,deren einziges Unterscheidungsmerkmal die russische Sprache ist, nicht wirklich originell rüber. Vorsicht schon wieder ein Motto: Das ist Im Westen nichts Neues. Live soll die Band jedoch eine Bank sein. Falls die fünf Buben mit dem superdrögen Bandfoto mal auf Tour durch Deutschland unterwegs sind, was öfter der Fall zu sein scheint, aufjedenfall mal hingehen. Für alle die Ska-Punk mögen, dürfte das Album voll in Ordnung gehen. Nur eben bitte keine Revolution erwarten.
Obacht - das russische Ska-Punk-Urgestein DISTEMPER wird in diesem Jahr 20 Jahre alt und geht was die Anzahl der veröffentlichten Alben betrifft in die 13. Runde. Dabei punkten die Moskauer zunächst einmal durch die großartige Aufmachung der CD in Form eines äußerst stylischem, auf rauem Karton gedruckten Digipaks sowie einem fetten Booklet samt Texten in englischer Übersetzung. Wow! Aber kommen wir zur musikalischen Seite dieser Veröffentlichung: Generell hat sich bei DISTEMPER seit der Integration von Ska-Elementen in ihrem Sound gegen Mitte der Neunziger Jahre nicht wirklich viel verändert, denn noch immer sind ihre Texte ausschließlich auf russisch, noch immer besticht der Sänger durch seine charismatische Reibeisenstimme und noch immer treiben die Bläser die Songs mit unglaublichen Hookline-Melodien nach vorne. Und doch ist "The world is yours" eine Spur eingängiger und melodischer ausgefallen als seine Vorgänger. Während die Offbeat-Quote noch einmal erhöht wurde sowie auch mal einem Reggae-Beat Platz eingeräumt wird, halten sich die schrammeligen Punkgitarren mittlerweile ein wenig zurück und werden dafür wohl dosiert eingesetzt. Somit kann ich mir gut vorstellen, dass "The world is yours" die eingefleischten DISTEMPER-Anhänger spalten wird: Diejenigen, denen der raue Straßencharme der Band stets wichtig war, werden mit dieser Veröffentlichung vielleicht ein paar Probleme haben. Wer dagegen die Band bisher vor allem aufgrund ihrer Spielfreude und ihres Partypotentials mochte, der bekommt hier wohl das tanzbarste und am meisten ausgereifte Album der bisherigen Bandgeschichte zu hören. Man darf gespannt sein, was die nächsten 20 Jahre so bringen. (bc)
Die Russischen "Bosstones" aus Moskau sind mit ihrem 13. Album am Start und liefern einen Sommersoundtrack bester Güte ab. Mit einer coolen Reibeisenstimme skankt und rockt man sich locker durch die elf Tracks die zwischen herrlichem Sommerfeeling und einem ordentlichen Schuss Punkrock liegen. Würde Ska-Punk doch immer so angenehm klingen wie auf diesem Tonträger, dann wäre diese Musikrichtung nie so in Verruf geraten. Langeweile kommt bei dem Album garantiert nicht auf. Nach jedem anständigen Punkpart folgt ein kleiner Offbeat Part, ohne jedoch auch nur ansatzweise nervig zu werden. Alles ist schön aufeinander abgestimmt und ausgestattet mit der nötigen Härte und Tiefe, wodurch die Songs ernst genug wirken um nicht in die Teenieskapoppunk-Ecke ab zu driften. Angestiftet durch die raue Stimme drängt sich automatisch der Vergleich mit den Bosstones auf. Das ganze erinnert mich stark an deren frühen Werke, nur etwas ausgefeilter und ausgereifter. Das einzige Manko sind die komplett in Russisch gesungen Texte, wobei die Platte dadurch eigentlich erst ihren exotischen Touch bekommt. Hat man sich damit erst einmal angefreundet stellt man recht schnell fest dass nach mehrmaligem Hören das ganze halb so schlimm ist. Außerdem liegen dem nett aufgemachten Digipack alle englischen Übersetzungen mit bei und können also in Ruhe nachgelesen werden. Als letztes Problem bleibt da eigentlich nur noch das mitsingen. Aber mit viel Übung dürfte das kein Problem werden und nach spätestens zwei Bier wird das wahrscheinlich auch sehr amüsant. 2 Daniel
Dass man für Ska nicht aus sonnigen Ländern kommen muss, das haben schon vor vielen Jahren, ja vor Jahrzehnten die Vorzeige-Ska-Band von der Regeninsel Groß Britannien Madness bewiesen. Nicht ganz aber ähnlich lang sind Distemper aus Moskau im Geschäft, die mit "Mir sosdan dla tebja" ihr mittlerweile 13tes Studioalbum veröffentlichen. In Deutschland erscheint es unter dem Titel "The World Is Yours" mit schickem Digi-Pack, die Texte allerdings sind nicht eingeenglischt, sondern bleiben russisch. Musikalisch bieten Distemper seit vielen Jahren soliden Ska mit einem rauhen Sänger, der streckenweise an den Sänger der Mighty Mighty Bosstones erinnert. Insgesamt geht es bei Distempers Ska Punk gerade auch wegen des Gesangs (und wahrscheinlich auch wegen russischen Wodkas) relativ rau zu, für die nötige Melodie sorgt die Bläserfraktion. Das Album macht für kurze Momente großen Spaß, bis einem irgendwann die Tatsache etwas übel aufstößt, dass man als Nicht-Russe den Text nicht versteht und damit die Songs allesamt recht gleichförmig daher kommen. "The World Is Yours" ist nicht schlecht, hebt sich aber auch nur durch die Sprache von vielen anderen Ska-Punk Bands ab und um das wirklich gut zu finden, muss man sicherlich der russischen Sprache mächtig sein. Die wahre Stärke der Band sind sicherlich die Live-Shows, bei denen sie in der Regel einen volltrunkenen Russen mit Hundemaske dabei haben, der durchs Publikum tanzt und fällt. Auch sonst eignet sich Ska-Punk hervorragend für gut gelaunte Live-Erlebnisse und hier zählt der Moment. Auf CD wird alles insgesamt auf die Dauer etwas zu eintönig.
Seit 20 Jahren gibt es schon Distemper? Unglaublich! Die Burschen klingen auf ihrer nunmehr 13. Platte auf jeden Fall rasant und frisch, als hätten sie erst vor fünf Jahren angefangen. Irgendwo in den Bergen von Kassetten müßte ich noch ein Tape haben, das bereits einige Jahre auf dem Balkon hat und das von Distemper aus Moskau stammt. Gekauft hatte ich das damals - sofern ich mich richtig erinnere - bei einem Versand in Berlin, und bei einem Berliner Label erscheint die aktuelle CD der Band, die hierzulande den englischen Titel "The World Is Yours" trägt. Schick gestaltet ist das Ding: schöner Kartonumschlag, dazu ein gelungenes Beiheft, das englische Übersetzungen für die russischen Texte enthält. Dann weiß man wenigstens einigermaßen, um was es in den Stücken geht - sofern das so wichtig ist. Wichtiger dürfte da schon der treibende Punkrock- und Ska-Sound sein, der die Band durch alle elf Stücke trägt. Die Bläsersätze sind sauber gesetzt, und gelegentlich rasen Schlagzeug und Gitarre zu einer schnellen Pogo-Attacke durch die Stücke. Sehr klasse, sehr stimmungsvoll, und auf der Autobahn definitv ein Beschleuniger fürs Auto (ähm). Mit am besten finde ich dabei die Stimme des Sängers. Sie hat aufgrund des russischen "r" einen derart dreckigen Unterton, daß ich sie unweigerlich interessant und spannend finde. Distemper haben zumindest mir mit dieser Platte bewiesen, daß sie zu Recht zu den bekanntesten Bands aus Rußland gehören.
Der Osten Europas gehört nicht zwingend zu den Gegenden, in denen die Sonne allzu häufig scheint oder zumindest wo es übermäßig warm ist. Davon unbeeindruckt zeigen sich aber seit sage und schreibe zwei Dekaden die fünf Ska-Punker von DISTEMPER aus Moskau. Denn entgegen den üblichen Klischees gibt es hier keine eisige Kost, sondern sonnengegerbten Gute-Laune-Ska-Punk (die Betonung darf getrost auf Ska gelegt werden). Einzig das Organ von Sänger Dacent wirkt anfangs etwas eigenartig, ob es aber an einer verendeten Maus in seinem Rachen oder an billigem Wodka liegen mag, wir wissen es nicht. Fest steht, mit seinem kratzigen Gesang könnte er mühelos kleine Kinder erschrecken. Allerdings muss man so auch sagen, der Gesang hebt DISTEMPER schon mal von vielen ähnlich gearteten Bands ab. Denn der Rest tut dies nicht unbedingt. Da werden auf anständigem Niveau die Tanzbeine animiert, die Bläserfraktion - bestehend aus Posaune und Trompete - gibt dabei stets die Marschrichtung vor und hat über das gesamte Album gesehen einen gewichtigen musikalischen Anteil. Man agiert hier nicht nur beiläufig oder verstreut, sondern ist stets fester Bestandteil. Die Songs sind meist im Midtempo-Bereich angesiedelt, nur selten geht es mal etwas härter zur Sache ("Maybe It Was A Dream"). Dafür punkten DISTEMPER locker mit Stücken vom Schlage eines "Can't Escape From Yourself". Allerdings werden alle Songs auf Russisch gesungen, man sollte sich von den englischen Titeln hier als nicht täuschen lassen. Einen gewissen Exotenstatus darf man DISTEMPER gerne unterstellen und ihre Sache machen sie auf ihrem bereits dreizehnten Album auch ganz ordentlich, aber eben auch nicht mehr. Man hat es hier mit solidem Ska-Punk zu tun, der hier halt nur aus Russland kommt. 6/10 Christian, Handle Me Down.de
Distemper kommen aus Russland und servieren uns hier Ska-Punk mit fetten Bläsersätzen, der in die Beine geht. Als Anspieltipps empfehlen sich Songs wie "The World Is Yours" und "Pockets Full Of Happiness". Da kommt garantiert Stimmung in die Bude. Enzo Bach
Auf meiner ersten Distemper-LP "Dobroe Utro!" steht "ANR 05", auf der neuen Scheibe hat man sich bereits bis zur "ANR 029" vorgekämpft. Seitdem ist viel Zeit vergangen, "An'na Nadel Records" heißen jetzt "ANR music" und Distemper sind in Deutschland kein Geheimtipp mehr und spielen nicht mehr für 3 Mark Eintritt in besetzten Häusern. Auch in der Besetzung hat sich einiges getan, doch Sänger und Gitarrist, Schlagzeuger und Posaunist sind der Band erhalten geblieben. An Geschwindigkeit haben Distemper im Laufe der Jahre und im Vergleich zu den Vorgängeralben ziemlich eingebüßt, was mir aber eher positiv auffällt (mir waren sie eh immer ein bisschen zu krachig). Trotzdem bleiben Distemper unverwechselbar, was an zwei Dingen liegt: erstens der Einsatz der Bläser (keine Ahnung, wie die das machen, aber man hört sofort raus, welche Band das ist) und zweitens die raue markante Stimme von Sänger Dacent. Ihr nunmehr 13. Album fängt gleich absolut Distemper-typisch mit Bläsern an, die Gitarre bleibt dezent im Hintergrund. Dann setzen Schlagzeug und ein klar gespielter Bass ein, später der Gesang von Dacent. Der melodische Refrain wird von Bläsern und Sänger getragen, was dem ganzen ziemlich viel Kraft gibt. Textlich wird im ersten Song das punktypische "Genieß dein Leben"-Ding abgearbeitet, schließlich ist das erste Lied der Platte auch der Namensgeber des Albums: "Mir sosdan dla tebja" ("The World Is Yours"). Thematisiert werden ansonsten auch das Großstadtleben, das Problem der Selbstfindung und die Schwierigkeit und Anforderung, sich selbst treu zu bleiben. Was soll ich sonst noch schreiben? Distemper sind halt Distemper, Vergleiche mit anderen russischen Punkbands wie Purgen oder berühmteren Skapunk-Bands wie Leningrad oder Spitfire hinken und zeigen am Ende weit mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf... Zu den Anspieltipps: Wer's gern ein bisschen schneller mag, kann mal bei "I'm Changing" oder "Drunks And Children" reinhören, der Großteil der Stücke ist aber im Midtempo gehalten. Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass alle 11 Songs auf dem Album wie gewohnt in russischer Sprache sind. Sehr witzig ist, dass bei "Blanket Of Roofs" Dank der Deklination im Russischen ein Haufen Wörter mit "oi"-Endung vorkommen. Soviel "Oi!" in einem Song, das schafft in dieser Quantität nicht einmal die schlechteste Skinhead-Band, haha!! Die Aufmachung der CD (Digipak im Altpapier-Design) ist überdurchschnittlich gut, das 16-seitige Booklet kommt mit russischen Texten und englischer Übersetzung. Kalkov [7/10]
20 Jahre Bandgeschichte und 13 Alben, das sind doch Zahlen, die sich sehen lassen können. "Distemper" sind die russische Ska-Punk-Institution schlechthin. "The World Is Yours" ist die deutsche Pressung des Albums "Mir sosdan dla tebja". Darauf hat das Quintett 11 Songs versammelt, die vor Energie und Lebensfreude nur so strotzen. Was die Band von anderen Ska-Bands klar unterscheidet ist ihr russischer Gesang, der auch stilecht in rauem Ton vorgetragen wird. Das klingt nicht gerade schön, aber zumindest einzigartig. Als Goody haben die Moskauer im Booklet neben den russischen Texten auch die englische Übersetzung angegeben. Damit auch wir verstehen, worum es da eigentlich geht. Ist aber eigentlich gar nicht so wichtig. Auch auf russisch kann Ska Spaß machen! Alexandra
Mit The World is yours fröhnen ANR Records mal wieder ihrem Spezialauftrag - der Vermittlung russischen Kulturguts an die ahnungslosen westeuropäischen Massen. Distemper gehen gut als russische Version der OC Supertones durch. Sie haben den gleichen Poweransatz wie die leider aufgelöste kalifornische Christen-Truppe; garnieren ihr Gericht aber überwiegend mit weichen melodischen Bläsern, weshalb die Supertones als Referenz besser passen, als die Distemper ebenfalls nicht fern stehenden Mighty mighty Bosstones. Denen sind sie in der Hinsicht allerdings näher, dass sie wesentlich seltner in den Kuschel-Ska-Bereich wechseln, wie die Supertones. Am Ende steht punkiger Ska-Core mit oft poppiger Fröhlichkeit auf der Speisekarte, der nicht zuletzt von der wunderbar kernigen Stimme Dacents profitiert. 16/20 Norbert von Fransecky
Ska-Core is not dead! So einfach lautet die Vorweggenommene Zusammenfassung dieses Reviews. DISTEMPER sind jetzt schon seit zwanzig Jahren unermüdlich aktiv, und mit ihrem nunmehr dreizehnten Album ist es an der Zeit, dass sie die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Ska-Core-Bands kamen und gingen gegen Ende des großen Booms Ende der 90er, aber DISTEMPER klingen heute frischer als jemals zuvor. Dacents Stimme ist der Inbegriff von Reibeisen und wer bisher dachte, rauher als Dicky Barret ginge nicht, der wird sich hier eines besseren belehren lassen müssen. Gemütliche 2 Tone-Passagen wechseln sich mit rasend schnell verzerrt gespielten Attacken ab und die perfekt inszenierten Bläsersätze bilden den klassischen Kontrapunkt zum Coregewitter der Band. Das Erstaunliche an "The World is Yours" ist aber, dass ich mich beim Autofahren ertappe, lauthals russisch zu singen, auch wenn ich kein Wort der Sprache beherrsche. Der heftige und trotzdem gut differenzierte Sound trägt ein Übriges zum Hörgenuss bei und es fält leicht, mit dieser CD die Wartezeit bis zu den kommenden Liveshows der Band zu überbrücken. Abschließend sei erwähnt, dass die CD hält, was sie verspricht: DISTEMPER ist mit "The World is Yours" eines der wichtigsten - wenn nicht jetzt schon das beste - Ska-Punk-Album des Jahres gelungen. (9) Christoph Lampert
Durch regelmäßige Touren und Plattenveröffentlichungen sind DISTEMPER wohl die bekannteste russische Skapunk-Band in Westeuropa. Zum 20-jährigen Jubiläum erfreuen uns die Moskauer erneut mit einem neuen, ihrem mittlerweile dreizehnten, Album. "The World Is Yours" ist die deutsche Pressung der "Mir sosdan dlja tebja"-Platte und präsentiert sich gegenüber dem russischen Release mit aufgemotztem Artwork. Wie gewohnt kriegt man hier hochmelodischen, partytauglichen Skapunk der Güteklasse A zu hören. Durch den rauen, russischen, Vodka-durchtränkten Gesang besitzen DISTEMPER höchsten Wiedererkennungswert, die Songs sind ausgefeilter denn je, die Bläser stehen noch mehr im Vordergrund und das songwriting wird von Album zu Album perfekter! Die CD kommt im digi-Pack, auf rauen Graukarton gedruckt mit 16-seitigem Booklet inklusive englischen Textübersetzungen. [edewolf]
Die russische Hitmaschine läuft weiterhin bestens geölt und auf Hochtouren. Die Skapunk-Dampframme aus Moskau ist seit 20 Jahren unterwegs und bewegt sich stets auf dem höchsten Level. Das liegt daran, dass ihr Ska diverse Facetten hat. Es sind tanzbare Partysongs dabei, die natürlich überwiegen. Zu hören sind auch relaxte Midtempo-Nummern. Und es gibt sogar leicht Melancholisches. Zudem ist die Wunderbare raue Reibeisenstimme des Sängers in Verbindung mit den russischen Texten ein echtes Markenzeichen und Aushängeschild. "The World is Yours" ist wieder ein extrem gelungenes Skapunk-Album, da gibt's nix dran zu kritisieren. Klar, DISTEMPER erfinden sich und den Skapunk nicht neu. Überraschungen findet man keine. Aber solange sich die Songs auf derart hohem Niveau bewegen, schlägt das nicht negativ ins Gewicht. Die CD kommt als sehr geiler Digipack mit rauhem, mattem Karton. Nix Hochglanz. Toll! Micha.
So ich hab keine Lust mehr, vielleicht bin ich auch verwöhnt von den ganzen guten Bands der letzten Reviewstapel, aber das ist unsagbar langweilig. Die Musik klingt nach eingeschlafenen Füßen, der Verstärker scheint irgendwie defekt und singen kann der Junge leider auch nicht. Gern dürft ihr mir auch unterstellen ich hätte es einfach nicht verstanden und das wäre ne ganz dufte Platte mit der man einfach etwas mehr Zeit verbringen muss - glaube ich jetzt aber einfach mal nicht. Schön das sich jemand um die Jugend kümmert und sie beschäftigt, aber ob man dafür jetzt Geld ausgeben muss weiss ich wirklich nicht.
Bekannter aus Russland als DISTEMPER dürfte heutzutage wohl lediglich Putin und Gazprom sein. Denn wie oft Ben von ANR die Moskauer Skapunker schon nach Deutschland holte, kann man sicher nicht mal an 3 Händen abzählen. Dementsprechend groß und erfreut ist jedes Mal die stetig wachsende Fangemeinde dieser russischen Combo. Das nunmehr 13. album wird diesem Zustand sicher keinen Abbruch tun. Denn im gewohnten Stil, mit vielen Bläsern - angeblich bläserlastiger als je zuvor, was ich nicht bestätigen kann - hoppeln die wilden Russen munter eine knappe Stunde drauf los. Distemper sind eine feste Größe in ihrem Genre und ich wünsche ihnen noch viele weitere unzählige Besuche bei uns. Übrigens kommt das Album im feinen aufgerauten Klapp-Digipack. Bocky
Hurra !! Unsere Lieblings-Ska-Punker aus Russland haben ein neues Album veröffentlicht. Bei DISTEMPER freut man sich immer wenn sie was Neues raus bringen. Das liegt zum einen daran, dass die Konzerte der Band immer großartig sind, und immer extrem viel Spaß machen. Das liegt aber auch daran, dass die Band sehr sympathisch ist, und einfach klasse Musik macht. DISTEMPER sind die bekanntesten Skapunk Vertreter aus Russland, und eine der bekanntesten Bands aus Russland der Punk - und Ska Szene überhaupt. " The World is Yours " kommt im edlen Digipack. Das Booklet beinhaltet alle Texte, in russisch und englisch. So kann jeder, der dem russischen nicht mächtig ist, die Texte nachlesen. Auf diesem Album gibt es wieder klasse Texte, teils persönlich, teils politisch und häufig gesellschaftskritisch. Der Titel des Albums ist so ein bisschen der rote Faden des Albums. Die Welt ist unsere. Wir müssen nur die Gelegenheit ergreifen, diese Welt zu gestalten. Die Welt gehört den Menschen die auf ihr Leben. Das ist sehr lebensbejahend und motivierend. So war DISTEMPER auf ihren vergangenen Alben auch. Durch den Skapunk den sie spielen hat die Band eine positive Ausstrahlung, die sicher mehr bringt, als hasserfüllt auf der Bühne zu stehen. Die Musik ist dieses Mal etwas ruhiger. Manche Stücke haben kaum Bläsereinsatz und sind astreine Midtempo Punkrocknummern, mit Betonung auf Rock. Alle Songs haben ausgefeilte Melodien, die zum Tanzen animieren. Der raue Gesang von Dacent bringt eine ordentliche Härte rüber, der den speziellen Stil der Moskauer ausmacht. " The World is Yours " ist wieder ein klasse Album von DISTEMPER! Die Band war im Frühjahr auf einer kleinen Tour in Deutschland. Ich hoffe, dass sie dieses Jahr noch mal wieder kommen. Live ist DISTEMPER einfach großartig. Das Warten versüße ich mir mit den elf Stücken von " The World is Yours ". Frank
Ähnlich stimmungsaufhellend wie das Frühlingswetter, das mir beim Blick aus dem Fenster entgegen strahlt, ist auch "The World Is Yours", die neue Langrille der Moskauer Skapunk-Urgesteine DISTEMPER. Für den deutschen Markt wurde das im Original mit "Mir sosdan dla tebja" betitelte Werk optisch noch ein wenig gepimpt - und wer des Russischen nicht mächtig ist, darf sich über die englische Übersetzung aller Texte im Booklet des sehr hübschen Digipaks freuen. Durch den Gesang in ihrer Muttersprache haben die fünf Herren logischerweise einen gewissen Exotenbonus, aber auch abzüglich desselben besitzen DISTEMPER genügend Überzeugungskraft. Zwar ist der zwischen derbem Punk und trötenlastiger Offbeat-Kost hin und her wippende Elftracker nicht gerade die Offenbarung in Sachen Kreativität und Innovation, dafür musizieren Dacent, Lelik, Bai, Vit und Vasja mit "pockets full of happiness" äußerst gekonnt und unterhaltsam. Der klampfende Sänger Dacent übertreibt es allerdings ein bisschen mit seinem rauen Gesang, denn nach einer Weile nervt das reichlich eintönige Brunftgebrumme doch sehr. Da sagt mir das Fleischfetzen-in-Whiskey-Organ von MIGHTY MIGHTY BOSSTONES' Richard "Dicky" Barrett deutlich mehr zu. Dennoch, der Gesamteindruck lässt meinen Daumen zu 45° nach oben zeigen. Chris
Ich bin ja immer noch der Meinung, dass die dunkle Stimme vom Sänger Dacent nicht zum heiteren Skapunk von DISTEMPER passt. Ob die russische Sprache auch ideal für diesen Musikstil ist, bezweifle ich nach den ersten SPITFIRE-songs in ihrer Landessprache ebenfalls. Klammern wir den Gesang aber einmal komplett aus, sind DISTEMPER eine hervorragende Skapunk-combo. Beim Hidden Track geht es ein wenig ruhiger zu, da hat auch der Sänger seine Stärken. Aber die Rusen haben in ganz Europa ihre Fans, und die werden sich über das neue Album gewiss freuen. Florian Vogel (5)
Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine bin, aber ich kann mit fast allen Skabands einfach nichts anfangen, egal ob die nun aus Russland kommen, eine positive Botschaft vermitteln und sich besonders viel Mühe gegeben haben. (alva)
"The World Is Yours" (Mir sosdan dla tebja) ist bereits das 13. Album der russischen SkaPunk Band Distemper. 20 Jahre hat die Band schon auf dem Buckel, mir persönlich begegnet sie musikalisch das erste mal und deshalb darf ich mir die folgende Aussage auch erlauben: Sänger Dazent klingt, als hätte er sich die letzten Jahre den ein oder anderen Wodka zu viel hinter die Binde gekippt. Rauher Gesang, Punkrocksong mit Ska-Elementen (Blasinstrumenten). Dabei ist die Band in Deutschland keine Unbekannte: Mehr als 120 Konzerte hat die Band bereits in West Europa gespielt. Oft dabei das überdeminsionale Hundemaskottchen. Macht man sich über die Band schlau, liest man immer wieder von der tollen Live Qualität. Bei vielen Songs der insgesamt elf Tracks kann ich mir das auch gut vorstellen, bei den restlichen leider nicht. Es gibt Ska Bands, deren Sound mir um einiges mehr Spaß macht als bei dem mir vorliegenden Digipak Album. Mag daran liegen, dass ich die rauhe Stimme nicht wirklich mag und auch die Texte nicht verstehe. Dafür sind im Booklet, dessen Front übrigens ein das Maskottchen der Band mit typischen Rock'n'Roll Symbolen (Eight Ball und Würfeln) ziert, die Lyrics auch ins Englische übersetzt. Und schaut man sich die Band so vom äußerlichen an, so würde man nicht sofort eine Ska-Punk Band vermuten. Und ganz ehrlich: erfrischend und stimmungsaufhellend finde ich das Album auch nicht wirklich. Aber nach einigen Diskussionen über den Sound in internen Kreisen gehen die Meinungen da ganz schön auseinander. Doch ich bleib auch beim erneuten Hören bei meiner Meinung. Nur ein Beispiel: Der Song "Pocket Full Of Happiness" ist eher gähnend langweilig und von Happiness bei mir nicht die Spur zu sehen. Zumindest zeigt mein Spiegelbild andere Gesichtszüge. Und was, wir sind erst beim fünften Song... puh, die Stimme nervt ganz.... moment mal. Ein Lichtblick. "I'm Changing" - der Titel passt wie die Faust auf's Auge - kommt schneller, aggressiver und richtig punkrockig daher und die Ska-Rhythmen tauchen auch nur im Refrain auf. Das ist die richtige Mischung und die gefällt mir gut. Auch der Nachfolger "Maybe It Was A Dream" sticht in ähnlicher Weise heraus. Doch dann ist es auch schon wieder vorbei und bei macht sich der gleiche Trott wie davor breit. Unterbrochen wird dieser dann nochmal kurz mit dem Song "Drunks and Children". Doch insgesamt reichen die drei Songs nicht aus, um eine wirkliche gute Bewertung abzuräumen. Immerhin, für eine kleine Steigerung hat es gesorgt und deshalb gibt's von mir... ++++ (4 von 10 Punkten) Stefan Schulze
Die Ska-Punkband mixt den rauen Wind Moskaus mit dem Charme eines versoffenen Latin Lovers, der morgens um vier ellenlange Monologe mit dem Barkeeper führt und etwas unverblümt von grenzenloser Freiheit träumt. Die Morgensonne grinst zur Tür herein und das Glas ist noch halb voll. Der Schritt vor die Tür wird zum Weltraumspaziergang, aber die Luft, der Himmel, die Sterne, die Straße...alles liegt dir zu Füßen, du brauchst nicht danach zu treten. Reiß die Paläste ein, die goldene Türme und bleib dir und deine Prinzipien treu: ändere deine Style nicht, solange du nicht vor dir selbst flüchten kannst. DISTEMPER schütten mit "The world is yours", respektive "Mir sosdan dla tebja", mächtig mächtig viel Herzblut in die Songs, die ein Flächenbrand verursachen. Moskaus Wässerchen ist trüb und hinterlässt beim Herunterspülen ein Kratzen im Hals. Anstelle von Halspastillen, die Linderung versprechen, bleibt die Rachitis chronisch. Also runter mit der Brühe, die Taschen sind voll Glückseligkeiten, da wird selbst ein Spaziergang durch die Wüste zu einer unterhaltsamen Landpartie...zumindest mit DISTEMPER im Ohr. Die Frage nach dem Wesen der russischen Seele setzt eine Fülle von Assoziationen und Mutmaßungen frei. DISTEMPER suchen nach einer eigenen musikalischen Identität in der aufgekratzten, chaotischen Zeit, die voller Verwirrung und Hoffnung ist. Der Sprung gegen das autoritäre System zerspringt im infantilen Glauben, einfach und cool zu sein. DISTEMPER saugen die Atmo der Stadt auf und sprühen über vor Energie, die den Kern zum Schmelzen bringt. Das Album versprüht eine mitreißende Reformkraft mit Tempo und einer Spiellaune, die die grauen Vorstädte und rostenden Fabriken zum Leuchten erhellt. Ganz so wie Russlands Seele.
Natürlich sind es Klischees, aber mal ganz ehrlich: was assoziiert man zuerst mit Russland? Kommunismus, Sibirien, Kalaschnikows, Wodka, Kosmonauten, Neureiche, das russische Staatsballett und die russische Mafia. Die Liste könnte man natürlich noch eine Weile fortsetzen, aber was wahrscheinlich bei niemandem auf der Liste stehen würde: Ska-Punk. Dabei sind Distemper schon seit 20 Jahren nicht nur in Russland erfolgreich unterwegs. Sie gelten als "russische Ska-Punk-Institution" und schon nach den ersten Klängen der Bläser auf dem aktuellen Album "The World Is Yours" ("Mir sosdan dla tebja") wird einem klar, warum das so ist. Die Musik geht sofort dahin, wo guter Ska hingehört: in die Beine. Die deutsche Veröffentlichung des 13. Albums des Moskauer Quintetts wurde im Vergleich zur russischen Ausgabe beim Artwork aufgemotzt. Das Digipak aus rauem Karton und das offenbar auf grauem Recyclingpapier gedruckte 16-seitige Booklet kommen auf eine dreckige Art und Weise sehr edel rüber. Klingt komisch, ist aber so. Zu allen Texten sind im Booklet die englischen Übersetzungen zu finden. Damit kann man die Texte zumindest nachlesen, denn beim Verstehen werden sich die meisten wohl eher schwer tun. Ob man mit entsprechender Sprachkenntnis den Gesang von Dacent gut versteht entzieht sich leider meiner Kenntnis, auf jeden Fall ist seine Stimme faszinierend. Sie klingt - womit wir wieder beim Thema Assoziationen und Klischees sind - genau so, wie man sich die Gesangstimme eines rauchenden Alt-Punks mit mehrjähriger Praxis in der peroralen Vernichtung von Wodka vorstellt. Die Stimme ist aber nicht das einzige Punk- und Hardcore-Element der Musik. Hier hat die Band ihre Wurzeln, schließlich begann man 1989 als Hardcoreband - die Entwicklung zum Ska-Punk kam erst mit der Zeit, dabei wurde aber die Aggressivität des Hardcore immer beibehalten. Das zusammen ergibt eine energiegeladene Mischung, die sowohl Hardcore- als auch Ska-Fans überzeugen kann. Und nicht nur Fans, auch wer wie ich nur dann und wann mal ein wenig Ska auflegt oder ein Konzert der Busters besucht, sollte zumindest mal bei Distemper rein hören. Die Gelegenheit Distemper im April in Deutschland live zu sehen ist leider vorbei, aber die Termine sollte man auf jeden Fall im Auge behalten und das so bald als möglich nachholen, denn die CD klingt definitiv nach einer ausdrücklichen Aufforderung, die Band live zu hören erleben. Wer mal in die CD rein hören möchte und nicht genug Zeit für einen kompletten Durchlauf hat, der sollte neben dem ersten Track ("The world is yours") auf jeden Fall auch dem fünften Song auf dem Album sein Ohr leihen: "I'm changing" wechselt zwischen Hardcore und Ska, ohne dass es künstlich klingt - der Song wirkt trotz oder gerade wegen der extremen Sprünge wie aus einem Guss. Aber eigentlich sollte man der CD die knappe Stunde für einen kompletten Durchlauf geben. Was mir persönlich hier fehlt: Texte, die ich auch verstehe. Zwar bin ich nicht - wie manch anderer - direkt genervt, wenn ich die Texte nicht verstehe, aber mir ist es einfach lieber, wenn ich auch beim Hören schon weiss, was da gesungen wird und gerade im Fall von Musik, die für Konzertbühnen gemacht wurde will man auch mitsingengröhlen können (wobei das bei einem Konzert nach der richtigen Dosis Bier wohl trotzdem funktionieren dürfte). Dafür gibt es zwei Punkte Abzug, zwei weitere Punkte ziehe ich nicht dafür ab, dass wir die CD leider zu spät bekommen haben, um noch ein Konzert der Band zu besuchen ;) Kurz: 8 von 10 Punkten und wer die russischen Texte versteht, der darf gerne zwei Punkte addieren und von maximaler Punktzahl ausgehen. Dobschat
Mit "The World is Yours" erschien in diesen Tagen die deutsche Pressung von "Mir sosdan dla tebja", dem 13ten Album der russischen SkaPunk-Legende DISTEMPER und neben dem englischen Titel gibt es auch ein schickes neues Artwork mit Diggipack. Seit über 20 Jahren ist die Band mittlerweile unterwegs und hat sich nicht zuletzt durch ihre Live-Shows ein immer noch stetig wachsende Fangemeinde bei uns erspielt. Vor allem die früheren Alben hingen da immer noch ein wenig hinterher, aber wie sie auf ihrem neusten Werk wieder zeigen, können sie auch mittlerweile auf Platte voll und ganz überzeugen. So sind die Songs auch dieses Mal noch ausgefeilter, besser ausgearbeitet und dazu kommt das die gute Produktion /Aufnahme auch gekonnt ihre Stärken betont. Ihr Sound lebt vor allem von dem Zusammenspiel von Gesang und den Bläsern, denn während der eher raue Gesang zusammen mit der eher kantigen russischen Sprache für die Härte und Akzente sorgt, steuern die stetig aktiven Bläser Melodien bei, die meistens sofort ins Ohr gehen. Für mich ist es sicherlich die bisher beste Platte der Band aus Moskau, allerdings haben DISTEMPER für mich ein wenig das Problem, dass sie sich mit der Zeit etwas abnutzen. Der Unterschied zwischen den Songs doch eher gering ist, vielleicht weil man auch nicht in der Lage ist auch nur Fetzen von den Texten und insbesondere Refrains mitzubekommen. Zudem haben sie eben ihren Sound gefunden den sie mittlerweile seit Jahren durchziehen - auch wenn sie immer noch in der Lage sind diesen zu perfektionieren, wie sie auf "The World is Yours" eindrucksvoll zeigen. Kai Wydra
DISTEMPER sind bereits seit 20 Jahren in Sachen Ska-Punk unterwegs und gehören damit zur Speerspitze der russischen Ska-Szene. Auch in Westeuropa kam man schon des Öfteren in den Genuss der Band, die als Markenzeichen einen meist sturzbetrunkenen Russen mit Hundemaske dabei hat, dessen einzige Aufgabe darin besteht, durch's Publikum zu hüpfen und zu tanzen. "The World Is Yours" ist die deutsche Pressung des 13. Studioalbums "Mir sosdan dla tebja" und kommt im schicken Digipack mit neuem Artwork daher. Doch leider muss man sagen, dass die Songs auf diesem Album mit der schicken Aufmachung nicht so ganz mithalten können. Sicherlich machen die Shows von DISTEMPER eine Menge Spaß, aber wenn man sich das Ganze dann zu Hause als Album anhört, merkt man schnell, dass man es hier eben doch nur mit einer SKA-Band von Vielen zu tun hat. Die Bläserfraktion bewegt sich im sicheren Mittelfeld; der Gesang ist auf Dauer recht eintönig und die Songstrukturen ähneln nach kurzer Zeit bereits zig anderen Bands dieses Genres und bieten auch sonst recht wenig Wiedererkennungswert. Das 13. Studioalbum von DISTEMPER ist ein grundsolides Stück Handwerkskunst geworden. Es ist alles vorhanden, was man für ein ordentliches Ska-Punk-Album braucht - nicht mehr und nicht weniger. Für ein Meisterstück reicht das aber beileibe nicht, dafür haben das andere Bands schon sehr viel besser gemacht.
Das Moskauer Skapunk-Quintett ist die bekannteste, wichtigste und dienstälteste russische Band dieses Genres und mittlerweile auch schon 20 Jahre auf den Bühnen und in den Studios der Welt zu Hause. Mit seinem dreizehnten Album belegt der flotte Fünfer, warum das so ist: Schnelle und melodische Songs mit russischem Gesang (engl. Übersetzung im Booklet), die in Bauch, Beine, Po & Co. Gehen. Anspieltipps auf diesem in ein hübsches Digipack gehüllten Silberling: "Maybe it was a dream" und "Blanket of roofs".