REVIEWS
"Quien Despierta" LP/CD
Crazy United 
Endpunkt 
Moloko Plus #37 
OX #81 
Pankerknacker #20 
Plastic Bomb #65 
Proud to be Punk #11 
Punkrock! #8 
Punkrock! #8 
Trust #134 
UNDERDOG #27 
Waste of Mind 
Das "The Argies" nach einem britischen Schmähwort für Argentinier zur Zeiten des Falklandkrieges benannt wurden, wusste ich bisher auch noch nicht und man sieht das man selbst im Alter nicht auslernt, hahahaha. Vielen Leuten dürfte die Band bekannt sein, da sie schon seit Jahren durch die Welt touren um uns ihren Mix aus Reggae Latin Pop, Ska und Punk Rock zu zelebrieren. Gesungen wird überwiegend in Spanisch und ab und an bedient man sich auch der Englischen Sprache. Auf der neuen CD, die in Zusammenarbeit mit "Fire and Flames" erschien, befinden sich 13 Songs, die rocken, tanzbar und mal Sozialkritischen Texten daher kommen, aber auch oft zum abtanzen animieren. Also ein gelungener Mix. Anspieltipp: Fuimos caballos. Die LP erscheint auch als Split Produktion und zwar teilen sich die Kosten "Eisbär Records","Combative Records aus Argentina" und "ANR". Leider ist auf der LP ein Song weniger drauf, aber dafür kommt das Vinyl in gelber Farbe daher. Hier sieht man Förmlich, dass dieser Tonträger mit viel Liebe produziert und hergestellt wurde. 2 FRANK
Die Argies aus Argentinien sind in ihrem Heimatland wohl mit den Toten Hosen hierzulande vergleichbar: Punkrock-Wurzeln und Super-Erfolg. Wenn die irgendwo auftreten, füllen sie die Hallen. Ein beneidenswerter Erfolg. Mittlerweile kamen haufenweise Touren durch die halbe Welt dazu, mit »Quien Despierta« liegt die achte CD vor, publiziert beim regen Label ANR Music. Musikalisch ist die Band wie ihre deutschen Pendants längst weg vom normalen Punkrock. Da werden auch Pop- und Rock- und Ska-Elemente munter reingemix, was sich jetzt schlimmer anhört, als es ist. Einige ungestüme Punkrock-Kracher finden sich im Repertoire, einige Langweiler lassen sich auch finden. Die Band wird wohl erwachsen. Und das heißt häufig, daß man das Feuer der »Jugend« hinter sich läßt. Mir bleibt dann aber nur eine gute Rock-CD, die sauber gespielt ist und gut unterhält, bei der bei mir aber auch nach dem dritten Durchhören nix hängen bleibt. Das ist mir zu wenig und zu lahm.
Marc (7.0): Ganz starker Anfang der Argentinier. Große Melodien, klasse Sound. Leider nach hinten raus etwas schwach, deshalb gibt's leichten Punktabzug.
Sandra (5.0): Die Argentinier sind zurück! Wie jedes Jahr! Ständig auf Europatournee und ab und an noch eine neue Platte dazwischen, die haben Zeit, die Amigos! Wieder hören wir Punkrock argentino. die neue Scheibe ist ruhiger ausgefallen, aber der eine oder andere Smasher ist trotzdem drauf. Alles in allem ok.
Paulchen (3.0): Vielleicht so eine Art "Tote-Hosen-Effekt", die aktuell vielleicht "größte" Punkband Argentiniens war jedenfalls schon mal erheblich bissiger und speziell der zweite Teil der Platte ist derart uninspiriert und belanglos geraten, dass man sich in Mainstream-Gefilden wähnt.
Ich denke es ist an der Zeit eine Wette auf die ARGIES abzuschließen: Darauf nämlich, dass die Argentinier in nächster Zeit eine längere Ruhepause einlegen werden. Nicht, weil sie schlecht Musik machen, im Gegenteil. Auf ihrer mittlerweile sechsten Veröffentlichung "Qiuen Disperta" wurde ihr charakterristischer Sound weiter geglättet, geputzt und poliert: mitreißender, teils hymnischer Gesang, gepolstert mit fetten Gitarren und einem treibenden Schlagzeug. doch die aktuelle Veröffentlichung büßte einen Teil des Drecks, des Schweißes und der ganzen aggressiven Provokation ein, die die Vorgängerplatten auszeichnete. Alles ist zur Ruhe gekommen und hat seinen Platz gefunden, "Quien Despierta" ist eingängiger, zugänglicher und durchschaubarer geworden. Coverversionen fanden sich zwar schon auf früheren Platten, dennoch wirken "King of Ska" oder "Little green bag" wie vorgekaut. Mag sein, dass die ARGIES mit dieser Platte viele neue Fans finden werden; doch die Frage, was danach kommt, werden sie nicht umgehen können. (7) Katrin Schneider
F-THREE präsentieren auf ihrer 4-Song 7-Inch EP geilen streetpunk der besseren Sorte. So muss meines Erachtens eine Vinyl Single aufgemacht sein. Schönes Klappcover mit Texten und dazu noch im bunten Vinyl. die Mucke der deutschen Streetpunker kommt ähnlich professionell daher, was einen sehr guten Gesamteindruck hinterlässt. Cooles Teil! - Lila Sheena
Ich muss gestehen, dass mich dieses neue Machwerk der Argentinier nicht groß begeistert. Es plätschert sanft an meinem Ohr vorbei ohne besonders Eindruck zu schinden. Klar, es ist ganz netter Punkrock mit ein wenig Ska. Und die Band ist auch weit davon entfernt eindimensional zu klingen. Aber die Lieder sind etwas kraftlos, besitzen nicht den nötigen Druck und Biss. Die Refrains vermögen auch nicht richtig zu zünden. Das klingt eher wie eine alternde 77er-Punkbands auf ihren aktuellen Platten. Hinzu kommt, dass das Coverartwork wirklich unterirdisch schlecht ist. Wer hat das denn verbrochen? Hat da ein Aushilfsgraphiker gerade erst seine Liebe zu Photoshop für sich entdeckt? Ganz miserabel. Wirklich so was von miserabel... Tja, da hilft alles nix. Wir warten auf besseres Wetter.
Nach über 500 in Amerika und Europa bestrittenen Liveshows, von denen einige mit derartig namhaften Bands wie z.B. den Toten Hosen über die Bühne gingen, zählen The Argies - benannt nach dem britischen Schmähwort für ArgentinerInnen zur Zeit des Krieges um die Falklandinseln - ohne jeden Zweifel zu den bekanntesten Kapellen innerhalb des Punkrock-Sektors ihres Landes. Sie selbst bezeichnen ihren Sound treffend als Latin-Combat-Rock - melodisch-hymnischer Mid-Tempo-Punkrock, der keinerlei Berührungsängste gegenüber SKA, Reggae, Rock'nRoll oder gar Latin-Pop aufweist und dem der, abgesehen von zwei Tracks, durchweg spanische Gesang einen gewissen Charme verleiht. Laut Bandinfo scheinen die vier Herren trotz ihres Partytauglichen Fabrikats wohl großen Wert auf undogmatisch-sozialkritische Texte zu legen - hierzu kann ich jedoch leider nicht meinen allseits beliebten Senf abgeben, da den spanischsprachicgen Songs keinerlei Übersetzungen beiligen. Letztendlich ist dieses musikalische Fahrwasser aber auch nicht unbedingt mein Bier - auf mich wirkt dieses Album von The Argies eher lahm und kraftlos; mir fehlt bei all ihrem musikalischen Können und Abwechslungsreichtum einfach die energische Wut, diese powervolle Aggressivität, die ich an Punk so liebe. Die Schallplattenversion wurde übrigens in gelbem Vinyl gepresst, enthält gegenüber dem Silberling jedoch nur zwölf statt 13 Stücke.
Ach her je, The Argies aus, hmm, Argentinien. Ich kann diesen Latin Combat Rock schon bald nicht mehr hören. Egal, ob man deren Mucke als "melodisch-hymnischen Midtempo-Punkrock(...) mit ausflügen in Richtung Ska, Reggae, Latin Pop und Rock'n'Roll mit "spanischem Gesang(...) und undogmatischen sozialkritischen Texten" deklariert und das sie "seit 2001 jedes Jahr in Europa auf Tour" waren und insgesamt "über 500 internationale Shows" gespielt haben, spielt auch keine Rolle. Das achte Album der Band ist und bleibt in seiner epischen Breite langweilig. Die Spielfreude der Südamerikaner ist zwar spürbar, aber "Quien Despierta" ist mal wieder ohne Biss und viel zu glatt produziert. Das grenzt teilweise schon beinahe an Schlagermucke (z.B. "Little Green Bag") und so was braucht doch irgendwie kein Mensch, denn die wenigen Lichtblicke halten das Feuer auch nicht am brennen. Spielt doch auch 2009 wieder als Vorgruppe der Toten Hosen, da seid ihr ganz gut aufgehoben... Andererseits eigentlich auch dafür noch zu schlecht!
Ich würde mal behaupten dieser Vierer gehört zu meinen musikalischen Lieblingen in Richtung poppigem und gutem Punkrock a la Time Again, Rancid oder Anti-Flag. Deshalb freue ich mich auch über die vier neuen Songs von ihnen. Die sprühen wirklich vor Energie und haben es überhaupt nicht nötig sich hinter den oben genannten Schwergewichten zu verstecken. Sicher wohl, weil sie noch hungriger sind als zwei der drei oben genannten Combos. Dafür sprechen auf jeden Fall die cleveren Linernotes zu den Songs. Ich lese solche immer gerne und denke dann immer, ich verstehe die Band besser und fühle mich verbundener. Jedenfalls sind das vier geile Punksmasher, die die Zeit zum nächsten Longplayer verkürzen! Als Schmankerl kommt ein Teil der Auflage in schneeweißem Vinyl. Bocky
Es ist laut Info schon das achte Album dieser Punkrock Band aus Argentinien. Zu hören gibt es simplen, melodiösen Punkrock mit eingängigen Strukturen, klarem Gesang und in guten Strukturen. Hits gibt es keine zu hören und interessant ist der Sound auch nicht.
Die ARGIES lassen eine erfrischende weiche Softeisvariante erklingen und erhellen die dunkle Wuthöhle, lassen Joe Strummer aus dem Sarg aufsteigen und wedeln mit den melodischem Punkrock die angestaubten Partikelchen vom ausrangierten Sofa im 70er-Jahrestyle. Dabei überziehen die ARGIES das Softeis mit einem leicht-flockigen Sahnehäubchen, das die Geschmacksknospen anregt, mehr davon zu kosten. Die rockigen Kanten sind abgerundet und dennoch schaffen es die ARGIES, den weich gespülten Kern aus dem Ozean zu angeln und den Gefrierzylinder zu füllen. Der flüssige Mix ist more rock less Punk, aber per Knopfdruck werden einwandfreie Hits produziert, die ihren Charme besonders dann entwickeln, wenn das selbstpasteurisierende Verfahren eingeläutet wird und die Arrangements viel Spiel-Raum für ein variables Stimmmustersystem beinhalten, das effektiv eingesetzt wird. Zwischendurch habe ich diesen Wiederekennungswert von Spliff's "Carbonara", mag aber auch vom vermehrten Ausflug in poppige Reggae-Gefilde herrühren. Noch jemand ohne Eis?
Die ARGIES sind seit Jahren ständiger Gast in unseren Clubs und zwei-drei Monate lange Touren sind eher die Regel als die Ausnahme bei den Argentiniern, die mit "Quien Despierta" ihr mittlerweile sechstes Album vorlegen. Wie gewohnt gibt es Clash inspirierten Punkrock mit einer guten Portion Latinska und Rock'n'Roll. Sie gehen dieses mal noch eingängiger/ melodischer zur Sache und die Ecken und Kanten ihrer vergangenen Werke vermisst man, so dass die Platte an manchen Stellen schon fast zu glatt ist. Mit "King of Ska" von Desmond Dekker und "Little Green Bag" von George Baker haben sie sich zwei eher ungewöhnliche Coverversionen ausgesucht, die aber beide zu den Highlights der Platte zählen und die Einzigen sind, die in Englisch vorgetragen werden. "Quien Despierta" ist sicherlich keine wirklich schlechte Platte im eigentlichen Sinne, aber auch zumindest für mich keine besonders Aufregende. Sie läuft durch, unterhält und danach packt man lieber wieder eine andere rein, als auf den Repeat Knopf zu drücken. Kai Wydra