REVIEWS
"Last War" CD
Fuze Magazin #3 
Oi! The Print #22 
Plastic Bomb #58 
Trust #123 
Underdog #19 
Man kann nur wiederholen, was auch schon zu PURGEN gesagt wurde: Russisch ist DIE Sprache für Hardcore. Auf dieser Platte wird das sogar noch deutlicher, weil hier der Focus auf klassischem Hardcore liegt, der zwar rau und kompromisslos ist, aber trotzdem Melodien zulässt. Eine Platte, die allen Russland-Klischees zuwider läuft und zeigt, dass auch im Osten eine lebendige Szene aktiv ist, die gute Bands hervorbringt. Und wie bei PURGEN gibt es ebenfalls englische Übersetzungen im Booklet, die zeigen wo es langgeht. Ich sage nur: "Good Night White Pride". Gewidmet ist die CD übrigens Sasha "Stopor" Rjuhin, der im letzen Jahr von Faschisten ermordet wurde, was sich auch in den Texten niederschlägt. Kein Rumgeheule, sondern Wahrheiten von den Straßen Moskaus. Alleine dafür lohnt sich die Übersetzung. Christian Kock
Ich schreibe den Titel bewusst auf Englisch, weil meine Tastatur mit den russischen Buchstaben nicht so bewandert ist. Auf der Cd klebt ein Sticker, der uns verrät, dass es sich bei dieser Band um "antifacist Hardcore from Russia" handelt. Also gut, antifacist ist okay, Hardcore ansich auch und die Russen sind auch keine Schlechten. Und da geht es auch richtig russisch zur Sache, die Texte in Muttersprache, mit englischen Übersetzungen im Booklet, das finde ich freundlich. Die Musik ist aber alles andere als freundlich. Sehr gewaltiger Hardcore, der mich aus irgendeinem Grund an Bonehouse erinnert, obwohl der Sänger dieser Band weit nicht soviel gröhlt, sondern mehr ein ausgeprägtes Schrei-Organ besitzt. Die Songs selbst finde ich nach dem dritten Mal Anhören sogar etwas mitreissend, immer wieder kurze Erholungsphasen in den Liedern, um dann wieder ordentlich Gas zu geben. Den ganzen Tag könnte ich mir so trashigen HC nicht anhören, da würde ich schnell nervös werden. Aber nach einem langen Arbeitstag finden das meine Ohren ganz ansprechend.
Kraftvoller Antifa-Hardcore-Punk aus Russland wird uns von WHAT WE FEEL brachial vor die Ohren gedonnert. Ich finde es sowieso sehr unterstützenswert, wenn sich in Russland langsam Antifa-Strukturen bilden. Gegen den wirklich knallharten und brutalen Widerstand der dortigen Nazis. WHAT WE FEEL kommen auch extra auf Tour nach Deutschland um Geld für die russische Antifa zu sammeln. Also geht hin. Und kauft Euch die CD. Der druckvolle, gut produzierte und knallige Hardvorepunk im Stil von RAWSIDE besitzt Aggressivität, ausstrahlung, unheimlich viel Energie und nicht zuletzt auch so was wie Hitpotential. Und das, obwohl die Texte auf Russisch sind. 13 kämpferische Tracks mit Titeln, die ins Englische übersetzt soviel bedeuten wie "shoulder to shoulder", "good night white pride", "my scene", "animals voice" und "more than music". Heisse Scheisse - richtig gut!!! Micha.
Die werden uns noch alle kriegen, die Russen - hat mir neulich irgendwer im Vollrausch nachgerufen ... Was fühlen wir da? Bei so einer Aussage! WHAT WE FEEL hat der Junge sicherlich nicht gekannt, und auch wenn es mir gegen die Einstellung geht, vermute ich seit ca. 25 Jahren, dass das Ziel dem Osten schon längst bekannt ist! - Soll ich weiter schwachsinnig philosophieren, oder vielleicht einfach nur erwähnen, dass WHAT WE FEEL aus Moskau kommen und energiegeladenen Hardcorepunk spielen? Howie
Wat für eine schwachsinnige Review. Und so ein Stumpfsinn wird im Trust abgedruckt. Das hätte ja Deutscher W. intelligenter hinbekommen. (Anmk. Ben)
Labelchef Ben ist auch in der Berliner Soligruppe aktiv, die die Arbeit der Antifa in Russland unterstützt. Besonders im Fokus sind die Vorfälle in Moskau und St. Petersburg, wo der Ton zwischen AntifaschistInnen und Neonazis härter wird. Traurige Höhepunkte waren die Ermordung von Timur (St. Petersburg) und Sasha Rjuhin (Moskau). In Gedenken der Opfer widmet die russische Band das Album. Somit ist "last war" fast wörtlich zu nehmen. Und wenn hierzulande der Kampf um die Straße zur Revolutionsromantik verkommt, sind die Ereignisse in den russischen Metropolen lebensbedrohend und gefährlich, wenn du dich offen als Punk und AntifaschistIn zu erkennen gibst. "Last war" ist aber auch der Versuch, die Lethargie wegzufegen und für eine unabhängige, linke Gemeinschaft einzustimmen. Und ja, IHR SEID NICHT ALLEINE. Im Geiste bei euch: antifa-Mob, XXX-family, ihr für uns, wir für euch! Die kämpferischen Texte werden kraftvoll und eingängig in einem einfachen Soundgewand gebettet, das weniger brachial als straight auf die 12 abgewickelt wird. Sänger xBobx verspüht den rauen Charme der russischen Seele: Good night white pride. Eine wichtige Band mit wichtigen Botschaften, die ins englische übersetzt wurden und glaubwürdig sind. Insgesamt ein melodischer Brocken, der im Halse stecken bleibt und letztendlich kein weinerlicher Emostein ist, der wieder schnell über die Nieren ausgeschieden wird.