REVIEWS
"Zeit" CD
allska 
OX #69 
Pankerknacker #666 
Plastic Bomb #58 
Slam #30 
Trust #122 
Voice of Culture 
Waste of Mind 
Die Platte legt los wie eine Konfettikanone. In meiner Vorstellung ziehen sich neun Duracellhäschen Anzüge an und starten eine mächtige Polonaise. Die Bläsersätze sind scharf wie ein schweizer Taschenuhrwerkmesser, die Musik ist schnell und gut gelaunt. Einige Nummern haben mächtig Zug, z.B."I'm riding home". Die meisten Songs frönen der Soundästhetik der Endachtziger - irgendwie klingt die Platte wie meine erste Ska-Kassette, da waren die Busters, Braces und Butlers drauf und alles war total aufregend. Aber jetzt will ich meine Ruhe haben, und überlasse Moskovskaya das Feiern. (100 von 10 Bierzeltskapunkten) k-roy
Sechzehn Jahre gibt es MOSKOVSKAYA schon!? Lange nichts mehr gehört. Nach einigen Umbesetzungen gibt es jetzt die vierte Platte. Stark geworden sind MOSKOVSKAYA in Sachen Instrumentalmusik. Vor allem der Bläsersatz in Verbindung mit dieser coolen Orgel überzeugt mich. Schön flockig sind die schnellen Songs, die mich immer noch an frühe BUSTERS erinnern. Dass Thomas Scholz nie so ganz den Ton traf, störte bei den flotten Nummern nicht. Wenn MOSKOVSKAYA aber einen Gang runter schalten, nervt es. Ist das gewollt, dass man mit den deutschen Texten und den Ragga-Einflüssen nach SEED klingen will? Steht ihnen gar nicht gut. Kompliment hingegen für das Cover "Take a letter Maria. Für Ska aus Deutschland ganz erfreulich. (46:31) (7) Simon Brunner
Neues Album der Ska-Fanatiker aus Süddeutschland. Auch diesmal wieder mit einem deutschen Stück als Titeltrack. Alles in allem nicht mehr so puristisch. Eher etwas experimentell. Klar dominiert nach wie vor der typische Off-Beat, dennoch wird's ab und an ein wenig blusig, ja beiweilen vermutet man sogar den Hauch von Reggae oder gar Dub. (Malle Kalle)
Eine sehr relaxte Geschichte ist das hier von MOSKOVSKAYA. Ruhige Nummern zum gemütlichen, relaxten Tanzen wechseln sich ab mit schnelleren Nummern zum Abgehen. Die Cd stürmt eine wahrlich positive Atmosphäre aus. Das ist so eine runde Sache, runder geht's nicht. Die Welt ist hier noch in Ordnung. Die Texte sind überwiegend in Englisch, aber es wird auch mal was deutsches eingestreut. 13 Songs, deren einziges Manko vielleicht die fehlenden Ecken und Kanten sind, die man sich zumindest gelegentlich mal wünscht. Denn die CD läuft auch Gefahr mit zunehmender Zeit vor sich hin zu plätschern und als beliebige Hintergrundmusik durchzugehen. Micha
Wäre diese Ska-Band nicht regelmäßig ein großer Festivalorganisator in Unterschleißheim, so wären sie wohl außerhalb Süddeutschlands gänzlich in Vergessenheit geraten. MOSKOVSKAYA waren der letzte Atemzug der "Ska... Ska... Skandal"-Ära. Auf Vol. 4 waren sie vertreten, der schon weniger als die Vorgänger beachtet wurde. Seitdem haben sie ihren Stempel als hinterwäldlerische Deutsch-Ska-Combo für Bierzelte abbekommen. Die Lässigkeit der Jameikaner oder die Smartness der Briten nahm man dieser Band nie ab. So startet "Zeit" unter denkbar schlechten Vorraussetzungen, entwickelt sich jedoch zu einer guten Ska-Scheibe aus Deutschland. Die Texte sind größtenteils in english, das Booklet ist recht persönlich gehalten. Diese Combo ist gewiss gereift. Neue Akzente setzen MOSKOVSKAYA dabei freilich nicht. Einen solch ironischen Song wie "Königin der Nacht" vom Deutschstunde-Ska-Sampler können sie nicht mehr vorlegen. Die Platte klingt reichlich uninspiriert, aber handwerklich gut. In ihrer Heimatregion wird die Platte gewiss viele Fans finden, außerhalb ist die Konkurenz zu stark. (5) Florian Vogel
Was soll man dazu noch sagen? Alles was der Ska-Fan erwarten konnte, erfüllen MOSKOVSKAYA mit ihrem neuen Longplayer. Mir bleibt da nur ein wohlwollendes "... OhOhOh" (insider wissen was ich meine ...) zu trällern. (howie)
Seit 16 Jahren existiert diese Kapelle aus dem Schwabenland schon und waren mit einer meiner ersten Berührungspunkte mit SKA. Daher ist dieses neue Album schon mal was Besonderes für mich. Trotz vieler Besetzungswechsel sind sie sich über die Jahre treu geblieben. Außer, daß man mitunter auch mal deutsche Text vorfindet. Was ihnen wirklich gut tut. Mal persönlich, mal mit einem weinenden Auge, aber immer tanzbar geht es hier zur Sache, so dass man als Fan dieser Musikrichtung nun wirklich gar nichts falsch machen kann. Mieschka
Wenn ich Verhaltensforscherin wäre, würde ich meinen Patienten diese schrille Rille auf die Ohrmuscheln knallen. Entweder würden sie komplett die Sau rauslassen - bei 250 Beats pro Minute sollte das nicht so schwer fallen - oder sie würden komplett genervt die Einrichtung der Irrenanstalt klein hauen. Und wenn ich Patient wäre, würde ich letzteres tun. Über Moskovskaya kann man 1000 gute Sachen sagen, dass es sie seit 16 Jahren gibt, alles gute Musiker sind usw., aber diese Platte ist einfach nur enttäuschend, wenn nicht sogar nervig. Aber nochmal von vorne: Wenn ich mir die Cd einer Band kauf, dann weiß ich für gewöhnlich, wie diese Band heißt und brauche als Intro nicht nochmal den freundlichen Hinweis darauf: "Get up" handelt nur von einem: "we are Moskovskaya" - ja vielen Dank, ach was, wirklich? Davon abgesehen gibt es einige Pluspunkte, die Moskovskaya knallhart einkassieren: Technisch versierte und anspruchsvolle Musik - cool zu hören im Instrumentalpart "Great Dave" - danach kommt dann aber schon gleich wieder das nächste Lied, bei dem ich meinen linken Daumen gewettet hätte es schon in minmal veränderter Form auf einer alten Cd gehört zu haben. Man kann ja alles ins positive wenden (ihr wisst schon, Nazis sind eigentlich Menschen die Wert auf Kultur legen und so), dann wäre das in diesem Fall, dass Moskovskaya ihrem Stil treu bleiben (oder negativ gesagt: Selten eine Band gesehen, die so bei sich selbst abkupfert, dass sie das gleiche Album zweimal rausbringt). Ach und der andere Pluspunkt: Der Sänger kann inzwischen sogar auf Englisch singen (ohne dass sich grammatikalische Fehler eingeschlichen hätten) - Gratulation! Ich möchte jetzt keineswegs diejenigen abschrecken, die auf glatt produzierten, absolut Partytauglichen Mainstreamska stehen - im Gegenteil, für euch ist diese Cd ein Muss! - aber allen anderen empfehle ich eher die alten Alben oder die letzte Slackersscheibe einzuschmeissen. Denn wer steht denn heute noch auf Texte wie "Love Peace and Unity" oder "can i see you dancing?"2 Katrin Wipper