REVIEWS
"Big Brother is watching you" CD
Egoist #8 
OUT OF CONTROL #9 
OX Fanzine #59 
Plastic Bomb #51 
Skinheads Red&Black 
Das vorliegende Erstlingswerk der punkrocktypisch besetzten Ordinary Boys aus Berlin/Bernau will also mit 12 Tracks überzeugen. Wie ich finde, machen sie das auch ganz gut. Mit Track 2 "The Ordinary Boys" stellen sie sich erst mal vor und wir erfahren, wen wir da hören und warum. Es geht nicht nur um den gebotenen typischen Punkrock mit Schlagzeug, Gitarre und Bass, der hier in schnellen, rhytmischen aber auch durchaus melid$ouml;sen Songs verarbeitet wird, nein es sollen auch Augen geöffnet werden. Die Texte, gemischt in Deutsch und Englisch, über längst vergangene Zeiten, die Lieblingskneipe oder die Kämpfe des Lebens finden sich übrigens auch im Booklet wieder und werden dort nicht nur in Deutsch sondern auch in Englisch abgedruckt - gute Idee, die Jungs wollen wirklich verstanden werden. Schöne Scheibe, durchaus Pogotauglich! Sollte 'ne Anschaffung wert sein, auch wenn ich nun damit leben muss, dass Big Brother vor nichts halt macht und nun in der Punkrock-Szene Einzug hält.Mela
Mein erster Eindruck war, das ich textlich von dem Album wahnsinnig beeindruckt, musikalisch aber eher enttäuscht gewesen bin. The ordinary Boys spielen eine Mischung aus hochmelodischen und recht straighten Punkrock. Punk and Roll trifft auf sehr reflektierte, politische Texte. In einem Song finden sogar Ska-Elemente, ihr Schweine. Wie soll man das denn beschreiben? Die Band sollte nicht etwa mit der billigen Britpop-Kopie gleichen Namens verwechselt werden. Sie stammen aus dem Berliner Vorort Bernau,in dem es ein starkes neonazistisches Personenpotential gibt, was beispielsweise in einem Sprengstoffattentat auf den dortigen Jugendtreff Dosto endete. Somit kann man sich sicher sein, dass sie solche Umstände geprägt haben. Der Band ist der antifaschistische Anspruch sehr wichtig, was man auch an Hand des Covers mehrfach sehen kann. Überhaupt haben politische Themen auf dieser Platte eine hohe Präsenz. Es geht in differenzierter Weise gegen den Überwachungsstaat, Demokratie, deutsche Stammtische und den Kapitalismus. Sehr positiv überrascht hat mich "Gedanken eines Selbstmordattentäters Post Mortem"- ein Text der nicht durch eine eigenartige Form von Glorifizierung glänzt, wie man es aus Antiimperialistischen Kreisen kennt, sondern in einer klaren Religionskritik, in regelrecht brechtscher Manier. Auch dies ist ein wichtiger Teil der Platte, es wird wenig plakativ, sondern oft sehr lyrisch geschrieben. igentlich ist es wegen der hohen Breite an musikalischen Stilen auf der Platte unmöglich Vergleiche zu ziehen- gennant seien aber trotzdem Los Fastidios und ein bisschen Shocks, der grösste gemeinsame Nenner ist sicherlich Punkrock mit Skinhead-Attitude.Nichts um mal schnell reinzuhören- defintive Empfehlung.
Ja, leck mich am Arsch, Herr Pastor: Alle, die in irgend einer Form auf BÄRBEL's Punkzirkus stehen, gehen jetzt sofort los und kaufen diese Platte! Aber zackich!! Noch nicht überzeugt? Dann noch mal Klartext: Überwiegend deutschsprachiger Punkrock, weder doof noch stumpf noch unpolitisch. Reinsetzen und sich wohl fühlen. Ein guter Schuss Pop geht auch mittendurch, Melodien haben die echt gute. Martha Kloptschek, ich habe seit dem ersten Lied einen stehen! Was wollt ihr noch hören? Jetzt lieber los und anschaffen gehen! Also die Platte natürlich. (32:41) (10) korniVoice of CultureNeueste Veröffentlichung vom Berliner Label An'na Nadel Records... Und ich muss sagen, lieber Ben und lieber Basti - da habt Ihr einen guten Fang gemacht. Ich will noch nicht vorweg greifen, das Jahr ist ja noch jung. Aber es kann sein, dass die Platte Ende 2005 durchaus in meine persönliche "Top 10 Liste" gelangen kann. Aufgenommen im hauseigenen Studio von Manu und Andre (HAUSVABOT) liefern die Bernauer ein Stück Musik ab, was mich stellenweise an alten Ostpunk erinnert - aber nicht den runzeligen, sondern eher den so in der Richtung HAF und Co. - und manchmal an die BONES. Weil hier und dort, trotz rotzigen Punkrocks, auch ein Schuss Rock'n'roll rauszuhören ist. Das wichtigste sind aber die Texte und das stellen die ordinären Jungs auch unmissverständlich gleich im ersten Song klar. Dumpfbacken haben hier nichts zu suchen. Denn auch wenn man Spaß haben soll bzw. kann und die Songs es auch machen, sollte man die Ernsthaftigkeit der Gesellschaft nicht vergessen, nicht alles hinnehmen und sich auch mal auflehnen. Und wenn dies noch mit hervorragenden Melodien, teilweise mehrstimmigem Gesang vonstatten geht, umso besser. Leider ist die Platte schon nach einer guten halben Stunde vorbei. Aber was soll's? Ich freu mich schon auf die Nächste. Und warte auch mal ab, was die Jungs live zu bieten haben. Tip!
Melodischer, pogotauglischer Deutschpunk mit netten Bassläufen, aber teilweise etwas zu altklugen Texten. Die englischen Texte hätte man sich auch einsparen können. Ansonsten recht nett, aber insgesamt zu harmlos um irgendwie besonders hervorzustechen. Mit der Bookletgestaltung hätte man sich ebenso mehr Mühe geben können. Björn
So, nachdem wir faulen Hauptstädter mit ner ganz fiesen Nummer (nämlich einem als Record Release Party angekündigten Konzert im Dosto) nach Bernau gelockt worden sind, ohne dass es da irgendwelche Tonträger gegeben hätte, fand nun in der KVU supported von Hausvabot der wirkliche CD-präsentier-Gig der Drei-Mann-Punk-Kapelle aus eben jenem schönen Berliner Vorort statt. Bereits live haben sie mir ja von Mal zu Mal besser gefallen. Nun kann ich die brandneue CD stolz in den Händen halten (abgesehen davon, dass sie bei mir jetzt die ganze Zeit hoch und runter läuft). Das Album steht - wie der Titel, welcher sich auch mit dem des zweiten Liedes deckt, bereits verrät - ganz im Zeichen der hochaktuellen Problematik des Überwachungsstaates. Passend dazu kommt auch das Cover mit Motiven aus der Verfilmung des Klassikers "1984" von George Orwell. Ansonsten beschäftigen sich die Songs mit der Authenzität von Punkrock, der Problematik von übersteigertem Alkoholkonsum, dem Streben nach universeller Bildung und der Sinnlosigkeit von religiösem Fanatismus. Im Lied "Ireland" zeigt sich die Band auch schon mal von ihrer humoristischen Seite. Jedenfalls gibt es hier durchweg intelligente, politische Texte mit einer klaren Absgage an stumpfes Rumgeprolle. Musikalisch würde ich das Ganze irgendwo zwischen schön melodischem Oi und altem englischen Punkrock mit einer Spur Deutschpunk einordnen. Nun, jedenfalls kann ich ohne Lug und Trug behaupten, dass diese CD mit zu dem Besten gehört, was sich in letzter Zeit in Sachen Punk getan hat. Das macht bereits hungrig auf die nächste Veröffentlichung. Da es das Ganze allerdings nicht auf Vinyl gibt, werde ich garstig und gebe nur eine glatte 1 (ohne +).