Last War - Album
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Das es linke und alternative Jugendliche in Russland nicht leicht haben dürfte einigen ja bekannt sein (siehe auch der Artikel in Plastic Bomb #57). Erst im Dezember 2006 kam es erneut zu schweren übergriffen durch Neonazis. In St. Petersburg wurden zwei Antifaschisten nach einer "Food not Bomb" Aktion durch Messerstiche schwer verletzt. In Moskau gab es Ende Dezember sogar einen Bombenanschlag auf einen Antifaschisten. Neonazis hatten einen selbstgebastelten Sprengkörper in der Nähe der Wohnungstür platziert. Zum Glück sah der Antifaschist das verdächtige Paket rechtzeitig und alarmierte die Polizei. Als diese den Sprengkörper entschärfen wollte, detonierte dieser und verletzte mehrere Polizisten zum Teil schwer. Und auch im neuen Jahr gab es bereits ein Opfer. Ebenfalls nach einer "Food Not Bomb" Aktion wurde der Antifaschist ??? Durch 20 Messerstiche von Neonazis schwer verletzt. Er konnte mittlerweile die Intensivstation wieder verlassen, doch die Angst vor weiteren Übergriffen ist allgegenwärtig. Doch es regt sich auch Widerstand. Die antifaschistische Bewegung hat immer mehr Zulauf und es gibt eine sehr aktive junge politische Hardcore-Szene in Russland. Dieser Szene entstammt auch die Band WHAT WE FEEL, welche im März 2007 zusammen mit TACKLEBERRY aus Kiel in Deutschland auf Tour gehen wird. Grund genug Bassist Igor mal ein paar Fragen zur Band und zur aktuellen Situation in Russland zu stellen. - Ben


Die meisten Leute in Deutschland werden euch nicht kennen. Stell doch mal kurz die Band vor!
Die Band wurde im November 2005 in Moskau gegründet. Allerdings kommen die Mitglieder aus unterschiedlichen Städten in Russland. China, ein Freund aus St. Petersburg, und ich hatten schon länger vor schnellen melodischen Hardcore mit politischen und vor allem antifaschistischen Texten zu spielen. Ich hatte gerade meine aktuelle Band in der nicht alle meine antifaschistischen Überzeugungen teilten, verlassen. Innerhalb einer Woche fanden wir weitere Musiker. Mit Dima (Gitarre) hatten wir vorher schon in anderen Bands gespielt und Ches (Schlagzeug) kannten wir auch schon lange und hatten mit ihm auch schon vor Ewigkeiten mal in einer Band zusammengespielt. Die Suche nach einem Sänger war aber schwieriger. Letztendlich entschieden wir uns für Bob, ein Typ aus Ryazan den wir kannten. Er hatte einige Erfahrungen als Sänger und vor allem mochten wir die Texte die er uns zeigte. Wir trafen uns zu den ersten Proben und hatten echt Spaß an der Sache und waren entschlossen in dieser Konstellation weiter zu machen. Die Suche nach einem geeigneten Namen war wieder mal eine Qual. Von über hundert Vorschlägen wollte uns keiner so richtig zusagen. Letztendlich griff ich zufällig eine CD aus meinem Regal und sagte das ich jetzt zufällig auf einen Titel zeigen würde und dieser dann der Bandname wäre. Die CD die ich griff war ein Album der großartigen bulgarischen Hardcore Band LAST HOPE und der Song auf den ich tippte war "What We Feel". Im Refrain sind ein paar großartige Zeilen: «What we do, what we feel inside / Сant be controlled, cant be described / Its in our hearts and its in our souls / Hardcore lives - lives through us!» Mit dieser Wahl waren wir dann mehr als zufrieden. Wir trafen uns immer zur Probe sobald Shina Zeit hatte nach Moskau zu kommen. Unser ersten Konzert in Moskau war fürchterlich, wir waren nervös und haben uns andauernd verspielt. Am nächsten Tag im "Jerry Rubbin Club" waren wir schon besser und eine Woche später auf einem großen Konzert mit DISTEMPER, TURBOLAX und UNSUBS waren wir sogar richtig gut und konnten einige Leute für unsere Musik begeistern. In der Folge spielten wir zumeist auf konspirativen Antifa-Konzerten. Im Sommer 2006 verließ Shina ohne Streit die Band. Kurze Zeit später stieg dann Mitr von der St. Petersburger Band DOTTI DANGER bei uns ein und seit dem hat sich die Band nicht verändert. Wir sind 5 Typen, die zusammen Musik machen und die alle unterschiedliche Einflüsse mit in die Band bringen - von NYHC bis Melodic Punk.

Was sind Eure musikalischen Einflüsse? Habt ihr vorher in anderen Bands gespielt oder bestehen noch aktuelle andere Projekte? Wer schreibt die Texte und wer ist für die Musik verantwortlich?
Unsere musikalischen Geschmäcker sind völlig unterschiedlich. Uns vereint lediglich die Liebe zu Punk, Hardcore und Metal. Mein persönlicher Musikgeschmack ist weit gefächert: Ich höre gerne Old-School-Punk, Hardcore, Emocore, Deutschpunk, verschiedene alte Ska und Oi! Bands und manchmal auch Surf, Psycho, Swing und sogar Heavy Metal, Klassik und Jazz. Zur Zeit spielt nur Mitr noch in einer anderen Band, in der Post-Hardcore Band DOTTI DANGER und Bob singt in einer Vegan/SxE Metal Band, XHAREMX. Die Songs entstehen gemeinsam bei der Probe, aber zum Schluss gibt meistens unser Gitarrist Dima der Musik den letzten Schliff. Und wir lieben was er da macht. Die Texte sind alle von Bob und ausschließlich in Russisch.

Wenn ich mir eure Texte so anschaue, dann werden da sehr viele düstere und destruktive Dinge beschrieben. Ist die Situation in Russland wirklich so hart und sieht die Zukunft wirklich so düster aus?
Unsere Texte geben unsere Positionen und Einstellungen zu der Situation in unserer Stadt und in unserem Land wieder. Wir sind genervt von der Regierung, der Polizei und den normalen Leuten auf der Strasse, die nur wegschauen und die Realität mit den Morden und Angriffen auf unschuldige Opfer, die hier jeden Tag passieren, einfach verdrängen. Unser Ziel ist es so viele Menschen wie möglich von der Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes zu überzeugen. Der Faschismus stellt zur Zeit die größte Gefahr sowohl für unsere Subkultur als auch für die russische Gesellschaft dar. Wir sind dabei für gewaltfrei wie auch militante direkte Aktionen. Leider zeigt jedoch die Erfahrung, dass die Nazis lediglich die Sprache der Gewalt verstehen.

Ihr unterstützt auch die GOOD NIGHT WIDE PRIDE Bewegung. Kannst Du ein bisschen näher auf die HC-Szene in Russland eingehen? Habt Ihr die selben Probleme mit rechtsoffenen oder Nazis tolerierenden Leuten in der russischen HC-Szene? Und gibt es Verbindungen zu anderen Subkulturen wie Punk, Oi! Oder Ska?
Ich wünschte ich könnte die Szene positiver bewerten, aber ehrlich gesagt überwiegen die negativen Dinge. Es gibt eine Menge interner Probleme und die Ignoranz gegenüber äußerer Bedrohungen. Meiner Meinung nach ist die Entwicklung unserer HC-Szene viel zu langsam. Wir sind hinter alle osteuropäischen Länder zurückgefallen und können nicht mal mit Weißrussland mithalten. Es gibt nur wenige aktive Leute und gute Bands. Die meisten vielversprechenden Bands lösen sich wieder auf, bevor sie irgendwelche Songs aufgenommen haben oder 2 Konzerte gespielt haben. Die Anzahl von diy Labels ist verschwindend gering. Und es gibt einfach zu viele, die Hardcore als die Chance sehen, sich selbst zu präsentieren und sich über andere zu stellen. Andererseits wurde Dank einiger aktiver Leute in den letzten 2 Jahren der Informationsaustausch und die Kooperation zwischen unterschiedlich Städten stark vorangetrieben. Moskau, St. Petersburg und Kirow können als die Hardcore Zentren Russlands angehen werden. Hier finden regelmäßig, zumeist konspirative, Konzerte statt, welche von immer mehr Leuten besucht wird. Auch ist die antifaschistische Bewegung im anwachsen. Die HC-Szene ist die einzige Subkultur in Russland welche immun gegenüber faschistischen Einflüssen ist. Russland ist das Land in dem so seltsame "Subkulturen" wie "Nazi-Ska", "Nazi-Hip-Hop" oder "Nazi-SXE" florieren. In der russischen Ska-, Pop-Punk- und Metal-Szene tummeln sich ein Haufen Nazis oder rechtsoffene Leute. Die meisten Leute und Bands die sich selbst "unpolitisch" nennen, tolerieren Nazis auf ihren Konzerten und in ihrem Freundeskreis. Es gibt aber auch einige Nicht-Hardcorebands aus anderen Subkulturen mit der selben Einstellung und politischen Überzeugung wie wir, mit denen wir auch zusammen Konzerte spielen. Wir haben schon mit korrekten Oi!, Hip-Hop, Ska und Streetpunk Bands zusammengespielt und wir sind da sehr stolz drauf. Die musikalische Ausrichtung spielt in diesem Fall keine Rolle. Wenn man letztendlich in Russland von Hardcore redet, spricht man auch immer von Antifaschismus. Diese beiden Dinge gehören praktisch zusammen. Es ist hier allerdings ein langsamer und schwieriger Prozess die Dinge voranzutreiben, aber die Resultate sind durchaus sichtbar.

Gibt es in Russland viele Möglichkeiten Konzerte zu spielen oder Platten zu veröffentlichen? Wie werden die Konzerte organisiert und wo finden sie statt?
Leider ist die Situation Konzerte in Moskau zu veranstalten zur Zeit etwas kompliziert - Nazis haben uns den Krieg erklärt und kommen zu den Konzerten mit der Absicht Leute ernsthaft uz verletzen oder gar umzubringen. Deshalb müssen wir etwas vorsichtig sein wenn wir Konzerte planen, um das Publikum, die Musiker und unsere Security nicht unnötig zu gefährden. Hier gibt es keine Besetzten Häuser oder alternative Clubs. Alle Clubs die es hier gibt veranstalten meist nur Rock oder Pop Bands. Das hat aber kaum kommerzielle Gründe - die Clubbesitzer haben einfach Angst vor Auseinandersetzungen mit Nazis oder der Polizei. Deshalb haben wir auch unsere eigene Strategie entwickelt Konzerte zu veranstalten. Wir wenden uns direkt an den Clubmanager und sagen ihm das wir den Club für eine "Disco-Lovers-Party" mieten wollen. Dann mieten wir woanders die Anlage und bauen sie kurz vor dem Konzert auf. Wenn die Leute dann erst ein mal drin sind kann das Konzert nicht mehr verhindert werden, auch wenn die Clubmanager meistens protestieren. Der Nachteil ist natürlich, dass man so eine Sache nur einmal in einem bestimmten Club abziehen kann und sich dann wieder einen anderen Club suchen muss. In anderen Städten ist es etwas einfacher, z.B. in St. Petersburg oder Petrozavodsk. Hier gibt es einige Clubs in denen man regelmäßiger Konzerte veranstalten kann. Es ist schon manchmal komisch, dass wir in anderen Städten öfter spielen als in Moskau. Platten in Russland zu veröffentlichen ist auch nicht gerade einfach. Wir haben nicht das geringste Bedürfnis mit größeren Labeln oder Großhändlern zusammenzuarbeiten, da diese jeden Scheiß verkaufen, inklusive Nazi-CD's. Es gibt eine kleine Anzahl von diy Label die CD's oder CD-R's veröffentlichen und dieser über das Internet oder auf Konzerten verkaufen. So wurde auch unser 9-Song Demo Album im Dezember 2006 veröffentlicht. Es gibt bei uns zwei bedeutendere diy Labels. Zum einen Old School Kids Records aus Moskau und Karma Mira aus St. Petersburg. Diese Beiden veröffentlichen wirklich gute Sachen aus Russland aber auch internationale Bands. Zur Zeit versuche ich gerade einen Karma Mira Ableger in Moskau aufzubauen.

Eure Texte sind ja sehr politisch. Sie handeln vom Kampf gegen den Faschismus, gegen Umweltverschmutzung und für Tierrechte. Seid ihr in irgendwelchen politischen Gruppen oder Aktionen involviert? Seid ihr alle vegan/vegetarisch?
Wir sind in keiner offiziellen politischen Organisation in Russland involviert. Wir trauen weder russischen Politikern noch den Parteien. Das sind größtenteils alles Marionetten von Putin, wie z.B. die Jugendbewegung Naschi. Ich habe eine grundlegende Abneigung gegen Proteste die von Oben initiiert sind. Aber wir unterstützen ALF Initiativen, Food not Bomb Aktionen, Aktionen von radikalen Umweltschutzorganisationen und natürlich vielfältige antifaschistische Aktivitäten. Ich bin schon längere Zeit Vegetarier und unser Sänger Bob ist vegan und sXe. Seine Einstellung ist die radikalste und kompromissloseste im Vergleich zu den anderen Bandmitgliedern. Die anderen versuchen ihren Fleischkonsum zu reduzieren, sind aber keine Vegetarier. Es ist schwer den Verzehr von Fleisch ganz aufzugeben. Wir haben hier eine jahrhundertelange Tradition von Fleischkonsum und Vorurteilen gegenüber Vegetariern. Ich wünschte die restlichen Bandmitglieder würden den Fleischkonsum auch einstellen. Aber letztendlich sollte das eine individuelle Entscheidung sein und nicht irgendjemandem vorgeschrieben werden. Wir sprechen oft über solche Dinge während der Proben und vielleicht werden sie sich ja irgendwann gegen das Fleischessen entscheiden. Und auch wenn wir uns mit sXe beschäftigen, wir sind keine sXe Band. Zu unseren Konzerten kommen eine Menge sXe Kids und da sind wir auch froh drüber.

Ihr habt auch einen Song "Poslednaja Voina" (Der letzte Krieg), der vom dritten Weltkrieg handelt. Was denkt ihr über die aktuellen Kriege "gegen den Terrorismus" und den Tschetschenien-Konflikt?
Wir sind generell gegen alle bestehenden Kriege und gegen Krieg im Allgemeinen. Krieg ist die fürchterlichste Sache die Politiker erschaffen haben um ihre Problem militärisch zu lösen. Der Krieg in Tschetschenien war von dem herrschenden Regime in Russland initiiert worden und dauert immer noch an, mal schwächer dann wieder heftiger. Über Generationen hinweg haben Menschen nichts anderes als Hass und Gewalt erlebt. Das ist echt traurig. Wir lehnen definitiv jede Form von militärischer Aggression ab.

Was haltet ihr von der Politik von Präsident Putin und was wird die Zukunft für die Menschen in Russland bringen?
Putins Politik ist dieselbe wie die seines Vorgängers. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Korruption ist überall. Alles läuft weiter wie bisher und ich sehe kaum eine Chance für wirkliche Veränderungen. Der Wohnungsmarkt hat um das 3-4-fache verteuert in den letzten 2 Jahren. Moskau ist eine der teuersten Städte der Welt. Mit meinem Job bei einem Kraftwerk verdiene ich gerade mal 500 Euro im Monat und das liegt schon über dem Durchschnittseinkommen in Moskau. Ehrlich gesagt, bin ich etwas beunruhigt wenn ich an die Zukunft unseres Landes denke. Die meisten Dinge laufen einfach schief. Und wir können kaum etwas bewirken. 80% der Bevölkerung sind der Gehirnwäsche Putins verfallen und dienen ihm, wie frühere Generationen Stalin dienten. Und wir sind leider nicht in der Lage daran großartig was zu ändern.

Während der Fußballweltmeisterschaft hatten wir in Deutschland eine Diskussion über "no-go-areas" für Ausländer und offensichtlich links eingestellte Menschen. Gibt es in Russland oder in den großen Städten Gebiete in denen sich Menschen mit anderer Hautfarbe oder Punks nicht aufhalten sollten?
Ja, auf jeden Fall. 80% von Moskau bestehen aus solchen Gebieten. Lediglich die Innenstadt (tagsüber) und ein paar kleinere Gebiete sind sicher. Der öffentliche Nahverkehr stellt eine besondere Bedrohung dar. Ausländer werden hier nicht nur von expliziten Nazis sondern auch von xenophoben Menschen Angegriffen. Und dieses Problem gibt es nicht nur in Moskau. Ich denke, ich behaupte nichts Falsches, wenn ich sage, dass 90% unserer Städte solche "no-go-areas" haben in denen es für andersdenkende oder andersaussehende Menschen gefährlich ist sich dort aufzuhalten. Die meisten ausländerfeindlichen Übergriffe gibt es in Voronezh, Moskau, St. Petersburg und Novosibirsk.

In Deutschland hat sich das Aussehen der Nazis inzwischen vom klassischen "Nazi-Bonehead" mit Glatze, Springerstiefeln und Aufnähern hin zum Look der "Autonomen Nationalisten" die das Aussehen der linken Szene adaptiert haben geändert. Wenn ich mir Bilder oder Videos von russischen Neo-Nazis anschaue, habe ich den Eindruck, dass in Russland immer noch der "Nazi-Bonehead"-Style in ist. Ist das richtig? Und gibt es in Russland auch eine Sharp oder Rash Bewegung?
Zur Zeit geht es bei uns auf den Strassen ziemlich heftig zu. Deshalb tragen beide Seiten eigentlich normale unauffällige Kleidung ohne Aufnäher oder Buttons. Noch vor einige Zeit trugen viele Nazis das beschriebene Bonehead-Outfit, weil sie sich sicher fühlten. Als sich aber immer mehr von ihnen in Krankenhäusern wiederfanden wechselten auch sie zu eher unauffälliger Kleidung. Auch wurde das letzte größere Nazitreffen von den Moskauer Autoritäten verhindert, weshalb die Nazis auch anfangen mehr konspirativ zu arbeiten. Neben den Nazi-Skinheads gibt es auch Sharp- und Rash Skins in einigen Städten. Ich kenne solche Gruppen aus Moskau, St. Petersburg, Petrozavodsk und Kirow. Aber ich denke es sind alle noch recht kleine Gruppen. Es gibt aber auch einige interessante Sharp-Bands. Die Bewegung beginnt auf jeden Fall zu wachsen. Wir sind auf jeden Fall freundschaftlich verbunden mit den Rash- und Sharp-Skins. Wir besuchen ihre Konzerte und sie kommen zu unseren. Aber die meisten Skinheads in Moskau folgen immer noch der Devise: "Ich mag die Antifa nicht - ich trinke lieber mit Nazis". Wir können solche Leute nicht respektieren, denn ich denke sie treten die Wurzeln ihrer Kultur mit Füßen.

Im März 2007 wird WHAT WE FEEL zusammen mit TACKLEBERRY aus Kiel auf Tour in Deutschland gehen. Wie kamen die Kontakte zu den Kielern zu Stande?
Es ist das erste mal dass wir mit WWF nach Europa kommen. Mein erster Trip nach Deutschland war 2002 mit meiner damaligen Band DER STEINKOPF. Wir hatten hier neun Konzerte zusammen mit ANTIKOERPER aus Hamburg. Und dann war ich noch mal 2004 mit DIAGENS, bei denen ich am Bass aushalf, zusammen mit HAUSVABOT in Deutschland, Dänemark, Holland und Österreich auf Tour. 2005 und 2006 war ich dann wieder als Merchandiser von DISTEMPER in Europa unterwegs. 2005 lernte ich dann auch TACKLEBERRY auf einem Konzert in Magdeburg kennen, für welche ich ein Jahr später eine Tour in Russland mit 5 Konzerten organisierte und auch ihr Album auf meinem Label Karma Mira Moscow veröffentlichte. TACKLEBERRY sind eine klasse Band und echt nette Jungs mit denen ich schnelle Freundschaft schloss. Leider gab es während der Tour in Russland eine Menge Probleme. Zuerst gab es Probleme mit den Visa die von der russischen Botschaft nicht richtig ausgestellt waren und als Resultat davon konnten TACKLEBERRY nach dem Konzert in Kiev (Ukraine) nicht wieder nach Russland einreisen. Wir mussten also noch mal neue Visa beantragen, was auch ein Haufen Geld kostete. Aber es kam noch schlimmer. Das Konzert in Kiev wurde von Faschos angegriffen und die Leute auf dem Konzert verließen fluchtartig den Konzertort. Ich hatte noch nie so eine Panik gesehen. Nur die Organisatoren des Konzerts und ein paar Leute von den ukrainischen Bands blieben mit uns da. Zum Glück kamen wir da halbwegs unverzehrt wieder raus. Das Schrecklichste ereignete sich aber am Ende der Tour. Eine Stunde vor Beginn des Konzerts wurde der 19-jährige Sasha Ryukhin 100 Meter vom Club entfernt von Nazis ermordet. Er war gerade auf dem Weg zum Konzert als ihn 8 mit Messern bewaffnete Nazis angriffen. Der Mord war geplant um die antifaschistische Szene einzuschüchtern und Sasha war das zufällige Opfer. Er starb 4 Tage vor seinem 20 Geburtstag. Dieser Tag war einer der bittersten in meinem Leben. Nach dem Mord gab es in Deutschland aber auch viel Unterstützung für die antifaschistische Szene in Russland. Auf der einen Monat später stattfindenden Tour von DISTEMPER in Deutschland verkauften wir Soli-T-Shirts und sammelten Geld für die Beerdigung und eine Gedenktafel für Sasha. DISTEMPER spielten auch noch ein zusätzliches Soli-Konzert in der Berliner KVU. Und im März 2007 werden wir dann zusammen mit TACJKLEBERRY auf Tour in Deutschland gehen. Die Überschüsse der Tour kommen ebenfalls dem antifaschistischen Kampf in Russland zugute.

Was sind die größten Unterschiede zwischen der russischen und der deutschen Szene? Und wo gibt es Gemeinsamkeiten?
Der Hauptunterschied ist, dass unsere Szene sehr jung und recht unerfahren ist und sich ständig mit Druck von außen konfrontiert ist. Keiner unterstützt uns außer uns selbst. Keine politischen Parteien oder Organisationen oder öffentlichen Einrichtungen. Wir haben keine besetzten Häuser oder alternative Clubs. Und das in einer Stadt mit 16 Millionen Einwohnern. Keiner schert sich einen Dreck um uns, wir müssen alles alleine machen. Wir sind nicht geschützt durch irgendwelche Gesetze. Auf der Strasse müssen wir uns selbst verteidigen. Die Gemeinsamkeit ist die Begeisterung für Hardcore und seiner Ideale für die wir leben.

Euer neues Album "Last War" erscheint in Deutschland auf ANR music&more. Wie kam der Kontakt zustande und habt Ihr vorher schon was veröffentlicht?
Der Kontakt mit ANR kam während der Tour mit DIAGENS zustande, welche von ANR gebucht und organisiert wurde. Seitdem haben wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis und ich bin sehr froh darüber mit ihnen zusammenarbeiten zu können. Im Dezember 2006 haben wir unser 9-Song Demo Album beim diy Label BLODDSPIT RECORDS aus Tula veröffentlicht. Diese CD war eine Split-CD mit unseren Freunden von FORCE WITHIN aus Bonn. Wir sind sehr zufrieden mit dieser CD, aber "Last War" wird noch um einiges besser.

Was gibt es für Zukunftspläne bei WHAT WE FEEL?
Mehr Konzerte, mehr neue Leute, mehr Songs, noch mehr verprügelte Nazis und noch mehr coole Bands mit denen wir zusammenspielen dürfen. Wir werden nicht aufgeben und immer an unseren Sieg glauben.

Letzte Worte!
Danke für die Unterstützung und das Interesse. Man sieht sich in Deutschland. good luck & take care